Wirtschaft : Strommarkt: RWE sucht Übernahmekandidaten

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RWE hat den Preiswettbewerb im Stromgeschäft gut verdaut. Wie Dietmar Kuhnt, Vorstandsvorsitzender des Energieversorgers, auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Essen sagte, sei die Talsohle bei den Strompreisen nun durchschritten. Für das Gesamtjahr 2001 rechnet Kuhnt mit leichten Ergebnisverbesserungen, die auch Folge von Kostensenkungen seien. Das Wachstumspotenzial des deutschen Strommarktes mit 1,6 Prozent im Jahr 2000 sei jedoch begrenzt. Deswegen suche RWE zur Zeit interessante Übernahmekandidaten in England, Spanien, Osteuropa und Nordamerika, jedoch "nicht um jeden Preis", wie Kuhnt betonte. Deswegen habe RWE schon aus wirtschaftlichen aber auch rechtlichen Gründen das Übernahmeangebot an Hidrocantabrico zurückgezogen. Die Offerte der Essener (26 Euro je Aktie) an den spanischen Energieversorger war vom Bieterkonsortium EnBW/Ferroatlantica (27,3 Euro) überboten worden.

Besonders zufrieden zeigte sich der Vorstandsvorsitzende mit dem neu formierten Unternehmensbereich Wasser. Die britische Führungsgesellschaft Thames Water leistete bereits in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres zwölf Prozent des Konzernergebnisses, obwohl nur vier Monate in die Berechnung einbezogen wurden. Der nicht zum Kerngeschäft zählende Tankstellenbereich mit der Marke Dea werde durch die geplante Kooperation mit Shell für den Verkauf an den Ölkonzern im Jahr 2003 vorbereitet. Durch das geplante Joint-Venture katapultiere sich RWE mit einem Marktanteil von 24 Prozent (3200 Tankstellen) auf Platz eins in Deutschland. Unter dem Beifall der Aktionäre kritisierte Kuhnt die Energiepolitik der rot-grünen Bundesregierung.

Aktionärsvertreter zeigten sich zufrieden mit der Geschäftsentwicklung von RWE. "Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr ist hervorragend", sagte Erika Cebulla von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre. Zum Aktienkurs von RWE sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Jörg Pluta: "RWE zeigt eine hohe Effizienz. Der Kapitalmarkt hat das honoriert". In den letzten drei Monaten gewann die Stammaktie rund zehn Euro und notiert derzeit bei rund 46 Euro. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres lag der Umsatz bei 46,1 Milliarden Euro (plus 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Das Betriebsergebnis stieg um 34 Prozent auf 2,96 Milliarden Euro. Für das Jahr 2000/ 2001 rechnet Kuhnt mit einem Zuwachs von 35 Prozent.

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