Wirtschaft : Strommarkt: Schmerzhafter Weg zur neuen Kraft

Antje Sirleschtov

Schlimmer hätte es kaum noch kommen können - für den Vorstand des Berliner Stromversorgers Bewag mit Dietmar Winje an der Spitze. Mehr als ein Jahr lang stritten die Manager der Bewag an der Seite ihres amerikanischen Eigentümers Mirant um eine eigenständige und bestimmende Rolle bei der Bildung des nordostdeutschen Stromkonzerns "Neue Kraft". Sie haben dabei alle Register gezogen - vor Gerichten und in der Politik. Nun ist genau das geschehen, was sie in all den Monaten verhindern wollten: Die Bewag ist von ihrem langjährigen Aktionär Mirant verkauft worden, fast vollständig in das Eigentum des schwedischen Stromanbieters Vattenfall übergegangen. Die Bewag wird sich in den kommenden Monaten neben die Unternehmen HEW, Veag und Laubag in die "Neue Kraft" einfügen müssen. Über die Durchsetzung eines Führungsanspruches der Bewag wird da nicht mehr gesprochen.

Viele Mitarbeiter des Berliner Unternehmens werden jetzt sogar feststellen müssen, dass ihre Arbeitsplätze im neuen Konzern bereits besetzt sind. Dass der Sitz der Holding nun ganz überraschend doch in Berlin und nicht in Hamburg ist, darf darüber nicht hinwegtäuschen. Erst in ein paar Jahren werden sich auch den Berlinern die positiven Aspekte dieser Übernahme offenbaren. In einem Markt, der sich, so wie der Strommarkt, ganz auf europäische Unternehmensstrukturen einrichtet, werden auf Dauer nur internationale Unternehmen mit starken Erzeugungs-, Vertriebs und Handelsbereichen erfolgreich sein können. Zu solchen Unternehmen wird die Bewag in Zukunft auch gehören.

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