Wirtschaft : Strommarkt: Vattenfall macht Druck auf neuen Konzern

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Vattenfall-Chef Lars Josefsson macht Druck beim Aufbau des drittgrößten deutschen Stromkonzerns. Bis Ende des Jahres werden die Struktur und ein Geschäftsplan beschlossen. Dann soll auch der künftige Vorstandschef feststehen, sagte Josefsson am Mittwoch im nordschwedischen Jokkmokk. "Grundsätzlich soll die Holding von einem deutschen Unternehmer geführt werden." Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) kündigte unterdessen Widerstand gegen einen Personalabbau im neuen Konzern an.

Der schwedische Staatskonzern Vattenfall hält über die Hamburgischen Electricitätswerke (HEW) die Mehrheit an dem Unternehmen, zu dem HEW, die Berliner Bewag und die ostdeutsche Veag mit der Braunkohlegesellschaft Laubag zusammengefasst werden. Bisher gelten als mögliche Kandidaten aus den Unternehmen Veag-Chef Manfred Stotz und Bewag-Chef Dietmar Winje. Bis zum Ende des Sommers soll feststehen, wer welche Anteile halten wird. "Die Bewertung der Einzelgesellschaften wird nicht so schwierig sein", sagte Josefsson. Rein rechnerisch ergebe sich für den US-Konzern Mirant über seine Beteiligung an der Bewag ein Anteil von 30 Prozent. Neben Mehrheitseigner Vattenfall halten auch der Hamburger Senat und freie Aktionäre kleinere Anteile. Ob das deutsche Unternehmen an der Börse notiert werde, stehe noch nicht fest. Um die Anteile an der Berliner Bewag, die der Energiekonzern Eon im Zuge seiner Fusion verkaufen musste, hatten sich Mirant und Vattenfall-Tochter HEW einen erbitterten Kampf geliefert. Schließlich einigten sie sich in einem Schiedsverfahren mit dem Berliner Senat. Bis 2006 will Josefsson seine gesamte Unternehmensgruppe in Deutschland, Schweden und Polen auf Profitabilität trimmen und die Eigenkapitalrendite von knapp neun auf elf Prozent steigern. "Die Belastungen aus der Konsolidierungsphase in Deutschland werden uns da erst einmal nicht helfen", sagte er. Mittelfristig müsse sich die Kostenstruktur aber ändern. Einige Synergiepotenziale lägen auf der Hand. "Wenn das dann bedeutet, dass Arbeitsplätze verloren gehen, ist das schade, aber es stärkt die Wettbewerbsfähigkeit." Nur wettbewerbsfähige Unternehmen seien aber gute Arbeitgeber.

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