Wirtschaft : Strompreise werden besser kontrolliert

Anselm Waldermann

Berlin - Die Strompreise für die Verbraucher könnten in den nächsten Jahren spürbar sinken. Das erwarten Verbraucherschützer, nachdem die Bundesnetzagentur am Dienstag ihr Modell zur Kostensenkung bei den Netzentgelten vorgestellt hat. „Im Durchschnitt aller Unternehmen werden die Netzentgelte um 25 Prozent sinken“, sagte der Energieexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Holger Krawinkel, dem Tagesspiegel. Weil die Netzentgelte rund ein Drittel des Endkundenpreises ausmachen, könnte Strom daher um immerhin 1,5 Cent je Kilowattstunde günstiger werden – vorausgesetzt, die Erzeugungskosten steigen nicht weiter.

Die Bundesnetzagentur will den Strom- und Gasmarkt ab dem 1. Januar 2008 mit der so genannten Anreizregulierung kontrollieren. Dabei müssen sich die Netzbetreiber an ihren effizientesten Konkurrenten orientieren. Den Unternehmen werden dabei Anreize gegeben, ihre Netze möglichst wirtschaftlich zu betreiben. „Der effizienteste Anbieter muss seine Netzentgelte weit weniger stark kürzen als der Ineffizienteste“, erklärte Netzagentur-Präsident Matthias Kurth. Die dafür nötigen Rechtsverordnungen könnten noch in diesem Jahr erlassen werden. Das jedoch ist Aufgabe der Bundesregierung. Krawinkel vom vzbv sieht deshalb ein Problem: „In der Politik besteht immer die Gefahr, dass der Entwurf verwässert wird.“

Bisher gibt es bei den Netzentgelten der verschiedenen Betreiberunternehmen in Deutschland Preisunterschiede von bis zu 100 Prozent. „Bei den teuersten Anbietern werden die Entgelte nun um bis zu 40 Prozent günstiger“, sagte Krawinkel voraus. Davon könnten andere Anbieter profitieren, die ihren Strom durch die Netze der etablierten Unternehmen leiten wollen. „Der Wettbewerb wird belebt“, sagte Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbands neuer Energieanbieter (bne), der die Newcomer der Branche vertritt. Die traditionelle Energiebranche wies die Vorschläge der Bundesnetzagentur hingegen zurück. Würden sie umgesetzt, seien Investitionen in die Netze gefährdet.

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