Wirtschaft : Stromtrassen-Verlauf wird konkreter Netzagentur setzt auf Transparenz und Beteiligung

Bonn - Die Debatte über den Verlauf der künftigen Stromtrassen wird mit Nennung der Standorte in der zweiten Jahreshälfte Fahrt aufnehmen. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, geht davon aus, dass nach der Anfang Juni geplanten Verabschiedung des Bundesbedarfsplanungsgesetzes für die Stromnetze durch den Bundesrat die konkreten Planungs- und Genehmigungsverfahren beginnen. „Wir rechnen ab Mitte des Jahres damit, dass dann die ersten Bauanträge der Netzbetreiber bei uns eingehen“, sagte Homann am Montag bei der Vorlage des Jahresberichts seiner Behörde in Bonn.

Der Ausbau der Übertragungsnetze ist ein zentrales Element der Energiewende. Für den Transport von Windstrom sind drei große Stromautobahnen geplant, über die Energie vom Norden in den Süden sichergestellt werden soll. Zudem sollen 2900 Kilometer bestehender Leitungen ausgebaut werden. Da ist Streit mit Umweltverbänden und den betroffenen Anwohnern programmiert. Zentrales Anliegen bleibe Transparenz und Bürgerbeteiligung, sagte Homann. Der Behördenchef teilte ferner mit, dass 2011 3,8 Millionen Verbraucher den Stromlieferanten gewechselt haben, 27 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Knapp 40 Prozent der Haushaltskunden verharrten aber weiterhin in der Grundversorgung. „Diese ist die teuerste Versorgungsart“, sagte Homann. Alle Verbraucher sollten daher prüfen, ob nicht günstigere Angebote verfügbar seien. Bei Vorauskasse und hohen Boniversprechen müsse äußerste Vorsicht gelten.

In einem Brief hat Homann den Telekom-Chef Renè Obermann bis Mitte Mai um genaue Auskunft in der Frage gebeten, wie der Konzern künftig die Internetnutzung bepreisen will. Der Grundsatz der Netzneutralität müsse in jedem Fall gewahrt bleiben. Die Telekom hatte zunächst für Neukunden monatliche Daten-Obergrenzen für Festnetz-Flatrates eingeführt, ab denen die Internet-Geschwindigkeit drastisch gedrosselt werde. Die Tempo-Bremse soll allerdings frühestens im Jahr 2016 greifen. Der Konzern verweist auf die hohen Kosten für den Netzausbau und das stetig steigende Daten-Volumen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mahnte den Konzern dafür am Montag ab und drohte mit dem Gang vor Gericht. dpa

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