Wirtschaft : Stromversorger stecken Milliarden in Kraftwerke

Bis 2020 Modernisierung der Anlagen und Ausbau des Stromnetzes für 80 Milliarden Euro

Juliane Schäuble

Berlin - Die deutschen Stromversorger investieren bis 2020 insgesamt 80 Milliarden Euro in die Modernisierung der Kraftwerke und den Ausbau des Stromnetzes. Dafür würden je 40 Milliarden Euro ausgegeben, kündigte der Präsident des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Werner Brinker, am Dienstag in Berlin an. Innerhalb der nächsten 15 Jahre müssten rund 40000 Megawatt Kraftwerks-Leistung zumeist älterer Kohlekraftwerke durch neue Anlagen ersetzt werden.

Die 900 Stromunternehmen gewährleisteten mit diesem Investitionspaket die Versorgungssicherheit in Deutschland, sagte Brinker. Die Ausfallquote habe 2004 nur rund 23 Minuten pro Kunde betragen. „Damit ist Deutschland Weltmeister in der Versorgungsqualität.“ In Großbritannien seien die durchschnittlichen Ausfallzeiten dagegen mit 78 Minuten gut dreimal so hoch gewesen.

Die von Union und SPD für 2007 angekündigte Mehrwertsteuer-Erhöhung um drei Prozentpunkte auf 19 Prozent nannte der VDEW-Präsident „bedauerlich“. Strom werde so für den Endkunden teurer. Schon jetzt seien 40 Prozent der Stromrechnung eines Privathaushaltes vom Staat bestimmt. Die Regierung dürfe daher die Sonderlasten nicht weiter erhöhen. Eine konkrete Vorhersage für die Strompreis-Entwicklung wagte Brinker nicht: „Es gibt nicht mehr den deutschen Strompreis“, und verwies darauf, dass die Leipziger Strombörse immer stärker von internationalen Entwicklungen abhängig sei. So könnten bei Wasserknappheit in Spanien auch hier die Preise steigen.

Nicht überrascht zeigte sich Brinker darüber, dass es laut Koalitionsvertrag keine längeren Laufzeiten von Atomkraftwerken geben wird. „Angesichts der Kompromisse in einer großen Koalition war das zu erwarten.“ Damit sei aber auch das Angebot der großen Stromkonzerne hinfällig, mit dem Staat ein gemeinsames Energie-Forschungsprogramm aufzulegen.

Die Energieversorger fordern von der neuen Regierung ein zukunftsgerichtetes energiepolitisches Gesamtkonzept, das Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz in Einklang bringen soll. „Wir müssen die hohen Anforderungen eines Energieimportlandes bewältigen“, sagte Brinker.

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