Studie : Arbeitsmarkt läuft viel besser als befürchtet

Die Wirtschaftskrise wird den deutschen Arbeitsmarkt weit weniger belasten als befürchtet. Zu dieser Einschätzung gelangt das IAB-Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit in einer aktuellen Studie.

Berlin - Die Wirtschaftskrise wird den deutschen Arbeitsmarkt weit weniger belasten als befürchtet. Zu dieser Einschätzung gelangt das IAB-Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit in einer aktuellen Studie. Für das laufende Jahr erwartet das IAB nur noch einen Anstieg der durchschnittlichen Arbeitslosigkeit um 120 000 auf rund 3,5 Millionen. Vor neun Monaten hatte das Institut für 2010 noch mit 4,5 Millionen Arbeitslosen gerechnet. Die Deutsche Bank hatte sogar mehr als fünf Millionen Arbeitslose vorausgesagt. Die Bundesregierung ging im Januar noch von 3,7 Millionen Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt aus. Im April legt sie eine neue Prognose vor.

Die Konjunkturexpertin des IAB, Sabine Klinger, nannte es „sehr, sehr unwahrscheinlich“, dass die Vier-Millionen-Marke 2010 auch nur in einem einzigen Monat erreicht wird. Die Forscher setzen voraus, dass das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr um 1,75 Prozent wächst. Für 2011 rechnet das IAB mit keinem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Entscheidend für die bessere Entwicklung war nach Angaben der Studie die Flexibilität der Betriebe durch Verkürzungen der Arbeitszeit, Abbau von Arbeitszeitkonten und die hohe Inanspruchnahme der Kurzarbeit. „Alles in allem konnten durch flexible Arbeitszeiten ungefähr eine Million Jobs gesichert werden“, sagte Klinger.

Zugleich warnte sie vor einer generellen Entwarnung auf dem Arbeitsmarkt. „Die deutsche Wirtschaft ist nach wie vor deutlich unterausgelastet.“ Insbesondere für arbeitslos gewordene Personen und für Ausbildungsabsolventen sei es schwer, eine Stelle zu finden. Die Dauer der Arbeitslosigkeit dürfte sich deshalb erhöhen, was im laufenden Jahr zu einer wachsenden Zahl an Hartz-IV-Beziehern führe. mot

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