Studie : Aufwind für Deutschlands IT-Industrie?

50.000 neue Jobs, rund ein Viertel mehr Umsatz: In den nächsten drei Jahren geht es in der deutschen IT-Branche bergauf, wenn man Marktforschern glauben darf. Sorge bereitet allerdings die Software-Piraterie.

München Das amerikanische Marktforschungsunternehmen IDC sieht die deutsche IT-Branche in den nächsten drei Jahren auf Wachstumskurs. Der Erlös werde von 76,3 Milliarden Dollar (52 Mrd Euro) im vergangenen Jahr auf voraussichtlich 95,2 Milliarden Dollar (65 Mrd Euro) im Jahr 2011 steigen, ergab eine IDC-Studie, welche die Business Software Alliance (BSA) in München vorstellte. Die Zahl der Stellen soll danach von 554.000 auf mehr als 600.000 wachsen, ein Plus von 9 Prozent. Software-Piraterie bremse die positive Entwicklung jedoch erheblich, erklärte die BSA, ein Interessenverband internationaler Software-Anbieter.

IDC schätzt, dass 28 Prozent der in Deutschland verwendeten Software unlizenziert ist. Dies schade den Dienstleistern vor Ort, da für jeden investierten Euro zusätzliche Ausgaben von 1,25 Euro anfielen - etwa durch Dienstleistungen wie Installation, Schulung oder Wartung. Wenn der Anteil raubkopierter Software von 28 auf 18 Prozent sinken würde, entstünden mehr als 12.000 neue Stellen, der Umsatz stiege um 6,4 Milliarden Dollar (4,4 Mrd Euro), die Steuereinnahmen um 1,9 Milliarden Dollar (1,3 Mrd Euro), heißt es in der Studie.

Piraterie muss sich verringern

"Eine Reduzierung der Piraterie-Rate ist Voraussetzung für einen größeren und qualifizierteren Arbeitsmarkt, ein starkes und stabiles Geschäftsklima und noch dynamischere wirtschaftliche Impulse von der IT-Branche", sagte Georg Herrnleben, Leiter der Abteilung Zentral- und Osteuropa bei der BSA.

Die in der Studie angegebenen Zahlen beruhen auf Berechnungen von IDC. Um das Ausmaß der Piraterie zu ermitteln, schätzen die Marktforscher den durchschnittlichen Software-Bedarf für verkaufte Computer und gleichen diese Zahl mit der legal eingesetzten Software in einem Land ab. (ho/dpa)

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