Studie : Das Glück wohnt in Hamburg

Der aktuelle Glücksatlas zeigt: In der Hansestadt ist die Zufriedenheit der Bürger am größten.

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Zufrieden. In Hamburg wohnen die zufriedensten Bürger Deutschlands.
Zufrieden. In Hamburg wohnen die zufriedensten Bürger Deutschlands.Foto: dpa

Berlin - Glück ist eine subjektive Sache. Dennoch gibt es immer wieder Versuche, das Glück zu messen, oder besser, die Zufriedenheit der Menschen mit ihrem Leben. Der Glücksatlas ist ein solcher Versuch. Das wichtigste Ergebnis: Trotz der Schuldenkrise in Europa sind die Deutschen mit ihrem Leben genauso zufrieden wie vor einem Jahr.

Auf einer Punkteskala von eins bis zehn liegen die Deutschen nach wie vor bei sieben Punkten. Da sich in den Krisenstaaten Griechenland, Spanien und Portugal die Lage verschlechtert hat, sind die Deutschen im europäischen Vergleich in der Zufriedenheitsrangliste ein paar Plätze aufgestiegen. Am glücklichsten sind die Dänen, Niederländer und Schweden. Deutschland liegt vor Österreich auf Platz neun. Innerhalb Deutschlands sind die Hamburger am glücklichsten und die Menschen in Sachsen-Anhalt sind am wenigsten zufrieden. Dabei nähern sich die Werte innerhalb Deutschlands an: „Die Glückslücke zwischen Ost und West ist 2012 so gering wie nie seit der Einheit“, schreiben die Autoren.

Die Studie, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, hat der Freiburger Wirtschaftswissenschaftler Bernd Raffelhüschen geleitet, finanziert hat sie zum zweiten Mal die Deutsche Post, die damit einen Beitrag zur Diskussion über Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität in Deutschland leisten möchte. Die Datenbasis beruht auf dem Sozio-ökonomischen Panel, das seit 1984 die Lebensumstände der Menschen im Land repräsentativ abbildet sowie auf Umfragen von Meinungsforschern. In diesem Jahr lag der Fokus der Autoren nicht auf den subjektiven Glücksfaktoren, unter denen Gesundheit, Partnerschaft und Freunde die wichtigsten sind, sondern auf den gesellschaftlichen Glücksbausteinen.

Vertrauen in Mitmenschen und politische Institutionen ist so ein Baustein. Aber auch das kulturelle Angebot einer Region – hier liegt übrigens Berlin vorn. Auch ökonomische Faktoren sind natürlich wichtig. Ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent zum Beispiel ist „glücksneutral“, das heißt, wenn die Wirtschaft weniger als ein Prozent wächst, werden die Menschen unzufriedener und umgekehrt. Die wichtigsten Gründe für die hohe Zufriedenheit der Hamburger Bürger liegen im hohen Einkommensniveau sowie im vielfältigen Freizeit- und Kulturangebot. Und noch eine Erkenntnis bringt die Studie: Städter sind im Schnitt immer etwas zufriedener als Menschen auf dem Land. Corinna Visser

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