Studie der Unternehmen : Unterschiedliche Wasserpreise sollen angemessen sein

Die kommunalen Versorger versuchen die Gebühren zu rechtfertigen. Die Unterschiede bei den Wasserpreisen seien erklärbar.

Berlin - Jedes Jahr kippen die Berliner Wasserbetriebe Trinkwasser im Wert von mehr als zehn Millionen Euro in den Gulli. Das entspricht 2,5 Prozent der 195 Millionen Kubikmeter, die 2008 durch die Leitungen der Stadt flossen. Das Unternehmen pumpt das Wasser in selten genutzte Rohrenden, damit die Leitungen nicht vergammeln. Vor 20 Jahren war so eine Verschwendung unnötig, denn 1989 verkaufte das Unternehmen 46 Prozent mehr als heute. Das Netz war ausgelastet und blieb auch ohne Extraspülung sauber. Berlins Verbraucher bezahlen diese Spülung über ihre Gebühren mit – obwohl kein Tropfen davon durch ihre Hähne strömt. Ist das gerecht?

„Die Wasserpreise in Deutschland sind angemessen“, sagte Andreas Schirmer, Vizepräsident des Verbandes der kommunalen Unternehmen (VKU) am Dienstag in Berlin, wo Trinkwasser mit am teuersten ist. Er stellte eine Studie vor, die sein Verband bei der Uni Leipzig in Auftrag gegeben hat. Die sollte erklären, warum es so große Unterschiede bei den Wasserpreisen in Deutschland gibt. „Diese Unterschiede sind erklärbar und nicht etwa ein Zeichen für die Abzocke der Verbraucher“, sagte Schirmer. Trinkwasser sei ein lokales Produkt und anders als Strom oder Gas nicht mischbar. Ein Wettbewerb zwischen Wasseranbietern mache also keinen Sinn, alle Vergleichstabellen seien somit irreführend.

Jeder Wasserbetrieb, so die These der Studie, findet vor Ort ganz eigene Bedingungen vor: Unterschiedliche räumliche Gegebenheiten, Siedlungsstrukturen. Warum sich diese Faktoren in Berlin besonders negativ auf die Preise auswirken, steht nicht in dem Papier. kph

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