Studie : Jeder Zweite will die D-Mark zurück

Rational ist das nicht zu erklären. Jeder zweite Deutsche wünscht sich die D-Mark zurück. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Ipsos.

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14 Milliarden Mark liegen noch in deutschen Haushalten. -Foto: dpa

Berlin - Wollen die Deutschen das wirklich? Beim Urlaub in den Nachbarländern wieder Gulden, Lire und Schillinge tauschen? Ganz zu schweigen von zahlreichen Belegen dafür, dass die Exportnation Deutschland ganz besonders von der Einführung des Euro profitiert hat.

Die Skepsis der Deutschen gegenüber dem Euro sei weniger ökonomisch als vielmehr psychologisch begründet, sagt Johannes Dorn, Diplom-Psychologe und Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Rheingold. Die D-Mark sei ein Garant für Stabilität gewesen. Seit ihrer Einführung haben die Deutschen kaum ökonomische Krisen erlebt. Mit dem Euro saß man plötzlich in einem Boot mit Ländern, von denen man wenig wusste und denen man nicht vertraute. „Mit der aktuellen Krise kehren auch kulturelle Vorurteile zurück“, sagt Dorn.

Zudem sei die Währung immer ein Symbol für die Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik gewesen, „und das in einer Zeit, in der es den Deutschen schwerfiel, Nationalstolz zu zeigen“. Das könnte erklären, warum die Sehnsucht nach der D-Mark bei älteren Menschen besonders ausgeprägt ist. 56 Prozent der 50- bis 64-Jährigen stimmten in der Ipsos-Umfrage für die Wiedereinführung. Bei den 16- bis 29-Jährigen waren es 42 Prozent. Unterschiede gibt es auch in Ost und West: In den alten Bundesländern wollen 52 Prozent die alte Währung zurück, in den neuen nur 48 Prozent.

Nicht zuletzt, sagt Dorn, symbolisiere die D-Mark für viele die gute alte Zeit, in der die Globalisierung in Deutschland noch nicht so stark zu spüren war. Entfesselte Finanzmärkte, internationaler Terrorismus, ein immer schnellerer Arbeitsalltag, all das fiel auch mit der Einführung des Euro zu Beginn dieses Jahrtausends zusammen. Der Studie zufolge lässt der Wunsch nach der D-Mark mit steigender Bildung übrigens nach. mirs

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