Studie : Multikulti-Städte sind wirtschaftlich besonders produktiv

Viele Ausländer aus unterschiedlichen Ländern geben nach einer Studie großen Städten zusätzliche wirtschaftliche Schubkräfte und beflügeln Wachstum und Produktivität. Deutsche Städte haben allerdings dringend Nachholbedarf.

münchen
München liegt vor Berlin. -Foto: ddp

HamburgDeutsche Großstädte nutzten das multikulturelle Potenzial bislang zu wenig und seien im internationalen Vergleich relativ homogen zusammengesetzt, heißt es in der Studie des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Instituts (HWWI) im Auftrag der Hypo-Vereinsbank, die am Montag in Hamburg vorgestellt wurde. "Kulturelle Vielfalt bereichert die ökonomischen Zukunftschancen", sagte Bankmanager Carsten Dieck. "Grundsätzlich haben alle deutschen Großstädte hier Nachholbedarf."

Unter den sechs größten deutschen Städten liegen München, Stuttgart und Frankfurt fast gleichauf vorn, wenn es um multikulturelle Vielfalt geht, Berlin und Hamburg dagegen hinten. Dabei wurde nicht nur der Anteil der Ausländer an der gesamten Bevölkerung und ihre Beteiligung am Erwerbsleben als Maßstab genommen, sondern ebenso die Vielfalt der vertretenen Nationen. Dabei ergeben sich teilweise drastische Unterschiede. So ist zum Beispiel der Ausländeranteil an den Beschäftigten in Stuttgart mit 16,9 Prozent doppelt so hoch wie in Berlin mit 7,9 Prozent. In Berlin kommen die meisten arbeitenden Ausländer aus der Türkei (35,4 Prozent), in Stuttgart dagegen aus der EU (37,8 Prozent).

"In Europa ist der Blick auf Multikulturalität oftmals negativ verengt", sagte Dieck. "Kulturelle Vielfalt für eine prosperierende wirtschaftliche Entwicklung auszunutzen, ist eine wichtige Zukunftsaufgabe." Das gelte besonders für Deutschland mit seinen spezifischen demografischen Problemen. Um die Chancen zu nutzen, müssten die Integrationsanstrengungen auf beiden Seiten verstärkt werden. Als vorbildlich würdigten die Autoren der Studie die Stadtentwicklungspolitik in Hamburg, die auf Zuwanderung setze und dafür vielfältige Konzepte entwickelt habe. (imo/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben