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Inflation und niedrige Zinsen drücken auf das Vermögen der Deutschen.

© David Ebener/dpa

Studie über Vermögen von Privathaushalten: Vermögen der Deutschen schrumpft

Im Durchschnitt haben die Deutschen innerhalb von zehn Jahren 20.000 Euro verloren. Das geht aus einer neuen Studie hervor. Vor allem niedrig verzinste Anlagen und die schwache Immobilienentwicklung abseits der Großstadtregionen fallen ins Gewicht.

Die Nettovermögen der privaten Haushalte sind in den Jahren 2003 bis 2013 einer Untersuchung zufolge geschrumpft. Werde die Inflation in der Zeitspanne mitberücksichtigt, hätten die Haushalte fast 15 Prozent ihres Nettovermögens verloren, heißt es in einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Im Durchschnitt verloren Privathaushalte damit gut 20.000 Euro in zehn Jahren.

Nur in Berlin, München und Köln steigen die Immobilienpreise

Die Forscher machen dafür vor allem zwei Gründe verantwortlich: die "schwache Wertentwicklung selbstgenutzter Immobilien" und das "Anlageverhalten der Deutschen". So sei der Wert von Immobilien in den vergangenen Jahren nur in bestimmten Großstadtregionen wie München, Berlin oder Köln gestiegen, während im Rest der Republik viele Eigenheime real an Wert verloren hätten. Viele Sparer investierten ihr Vermögen zudem bevorzugt in risikoarme, dafür aber renditeschwache Anlagen wie Sparbücher, Girokonten oder Bausparverträge. Diese würden "oftmals nicht einmal die Inflation ausgleichen", erklärte Markus Grabka, einer der Studienautoren. Wird die Preissteigerung nicht mitberücksichtigt, stieg das Vermögen der Haushalte im selben Zeitraum demnach durchschnittlich marginal, um 0,4 Prozent oder 500 Euro an. Die Sparquote der privaten Haushalte lag in den vergangenen zwei Jahrzehnten den Forschern zufolge fast durchgehend bei über neun Prozent.
Besonders stark gestiegen seien die Vermögen bei Menschen, die Schenkungen oder Erbschaften erhielten. Haushalte, die zwischen 2002 und 2007 in den Genuss von Schenkungen kamen, wurden dadurch laut Studie im Schnitt um 35.000 Euro reicher, bei Erbschaften gab es einen durchschnittlichen Zuwachs von 18.000 Euro.

Wer zur Miete wohnt, hat im Schnitt nur 3000 Euro Vermögen

Dauerhaft zur Miete lebende Personen hatten dagegen sehr geringe Vermögenszuwächse und zudem im Schnitt mit weniger als 3000 Euro die geringsten Nettovermögen. Dies sei "insofern problematisch, als dass schon kurzfristige Engpässe beim laufenden Einkommen das Vermögen aufzehren können", erklärte Christian Westermeier, ebenfalls Autor der Studie.
Zu den Faktoren, die die Vermögensbildung beeinflussen, gehören demnach auch der Familienstand und die Gesundheit: Während eine Heirat das Vermögen steigert, reduzieren Trennungen und Scheidungen die finanziellen Mittel. Insbesondere Pflegebedürftigkeit sei mit "erheblichen finanziellen Belastungen" verbunden, da die gesetzliche Pflegeversicherung die Kosten nur zum Teil abdecke.

(AFP)

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