Studie : Umweltsektor wird wichtigster Wirtschaftszweig

Die Pläne des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier zur Schaffung von Millionen neuer Arbeitsplätze im Umwelt- und Dienstleistungssektor haben bei Unternehmensberatern sowie Konjunktur- und Umweltexperten Unterstützung gefunden.

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BerlinIn einer Untersuchung der Unternehmensberatung Roland Berger im Auftrag des SPD-geführten Bundesumweltministeriums prognostizieren die Berater eine Verdoppelung des Marktvolumens im so- genannten „Grünen Bereich“ in den nächsten zehn Jahren. Es sei „durchaus realistisch“, dass das deutsche Marktvolumen von derzeit 213 auf 467 Milliarden Euro bis 2020 anwachse, sagte der Unternehmensberater Torsten Henzelmann am Mittwoch. Der Umweltsektor werde so zum wichtigsten Wirtschaftszweig Deutschlands werden. Die Beschäftigung dort werde sich auf mehr als zwei Millionen Jobs mindestens verdoppeln. Weitere positive Effekte am Arbeitsmarkt kämen durch grüne Innovationen und Einsparungen beim Produktionseinsatz von Roh- und Grundstoffen hinzu.

Henzelmann sprach jedoch von einem „Potenzial“, welches in der grünen Ökonomie schlummere. Ohne eine offensive Unterstützung durch die Politik könnten die für ein rasantes Wachstum notwendigen Investitionen in den Unternehmen jedoch nicht gestemmt werden. So sei es notwendig, die Forschungsbereiche der Unternehmen auszubauen. Der Staat könne dies durch die Erweiterung von Forschungs-Förderprogrammen tun. Außerdem benötigten die zumeist kleinen Unternehmen dringend Finanzquellen, um ihr Wachstum zu finanzieren.

Henzelmann empfahl etwa Staatsfonds, die in der Wachstumsphase in diese Umweltunternehmen investieren und diese Beteiligungen später wieder verkaufen. Der nächsten Bundesregierung legte der Berater nahe, ein Industriekabinett oder einen Innovationsrat zu gründen, damit die Umweltunternehmen gezielt unterstützt werden.

Auch Gustav Horn vom Institut für Makroökonomie und Konjuntkurforschung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung sagte, er halte es für „realistisch“, dass in Deutschland in den nächsten Jahren Millionen neue Jobs in Zukunftsbranchen entstehen. Möglich seien zwei bis drei Millionen solcher Stellen. Er forderte die Politik auf, darüber zu debattieren, auf welchem Weg das Potenzial geweckt werden kann.asi

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