Studie : Unternehmer stehen auf München

Wenn es nach den deutschen Unternehmern geht, ist die bayerische Metropole München der beste Standort - Berlin bekommt hingegen nur gemischte Noten. Ganz am Ende der Beliebtheitsskala landen gleich drei Städte aus Nordrhein-Westfalen.

StuttgartMünchen ist bei Unternehmern einer Studie zufolge der beliebteste deutsche Standort. Bei der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young landeten Hannover, Düsseldorf, Nürnberg und Bonn auf den Folgeplätzen. Im April und Mai 2008 waren in den 20 größten deutschen Städten jeweils 100 Unternehmer nach 29 Standorteigenschaften befragt worden. Bewertet wurden etwa örtliche Kosten für Betriebe, das Gehaltsniveau, Lebenshaltungskosten, die Qualität der Arbeitnehmer, die Verkehrsanbindung, die Stadtverwaltung, das Image und die Lebensqualität. Auf den hinteren Rängen landeten mit Bochum, Wuppertal und Duisburg gleich drei Städte aus Nordrhein-Westfalen.

Gelobt wurden an München unter anderem die regionale Politik, die Hochschulen, die Qualität der Arbeitnehmer und das soziale Klima in der Stadt. Bemängelt wurden die Wohnungsknappheit sowie hohe Miet- und Lebenshaltungskosten. Hannover punktete unter anderem wegen seiner Naherholungsgebiete und Parks, während in Düsseldorf ein angesichts der verfügbaren Mitarbeiter angemessenes Lohnniveau, die Kaufkraft in der Region und Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen bei regionalen Geldhäusern geschätzt werden. Die mittelfristig beste Entwicklung wird neben München auch Stuttgart und Dresden zugetraut.

Abwanderungswillig sind Firmen vor allem in Bonn, Bielefeld und Wuppertal. Dort denkt etwa jeder zehnte Befragte darüber nach, den Unternehmensstandort zu verlagern. Bundesweit liegt der Anteil bei acht Prozent.

Gemischte Noten für Berlin

Im Mittelfeld des Rankings rangieren wichtige Wirtschaftsstandorte wie Stuttgart (6. Platz), Hamburg (7) und Frankfurt (8). In Stuttgart wurden zwar Schulen, Kindergärten, die ärztliche Versorgung und die Wettbewerbsfähigkeit ansässiger Betriebe positiv bewertet, dafür landete Baden-Württembergs Landeshauptstadt bei der Verkehrsanbindung auf dem letzten Rang. Frankfurt bietet demnach wettbewerbsfähige Unternehmen und qualifizierte Arbeitskräfte, hat aber hohe Lebenshaltungskosten. Hamburg genießt indes ein gutes Image und weist nach Meinung der Unternehmer einen hohen Freizeitwert auf. Getrübt wird das Bild hier durch hohe Miet- und Immobilienpreise.

Unter den ostdeutschen Städten erreichte Leipzig mit Rang elf die beste Platzierung. Vorteile sind nach Meinung der Unternehmer hier moderate Kosten für Immobilien, für Unzufriedenheit sorgt die Wirtschaftsförderung sowie die begrenzte Kaufkraft in der Region. Die beste Verkehrsanbindung wurde Berlin zugeschrieben. Dafür landete die Hauptstadt bei der Bewertung der Schulen, Kindergärten und Unternehmensstruktur auf dem letzten Platz. (jam/dpa)

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