Wirtschaft : Suche mit System

Die Suchmaschine Google findet jetzt auch Nachrichten

Maurice Shahd

Die Suchmaschine Google ist wohl eines der letzten typischen Internet- Start-Ups. Während sich die New Economy langsam auflöst, lassen sich die Firmengründer Sergey Brin und Larry Page im firmeneigenen Whirlpool ablichten. Die inzwischen 500 Mitarbeiter entspannen sich im Google-Fitnesscenter und essen kostenlos in der Gourmet-Kantine. Google kann es sich leisten. Im Gegensatz zu vielen erfolglosen Start-ups ist Google kein „Cashburner“, sondern eine „Cash-Maschine“, betont Brin. Seit zwei Jahren mache die Suchmaschine Gewinn, genaue Zahlen gibt es aber nicht. Fest steht: 55 Prozent aller Suchanfragen im Netz werden auf der Google-Webseite gemacht. Den Auftritt auf der Cebit spart sich das Unternehmen.

Geld verdient Google mit dem Verkauf von Werbeplätzen. Allerdings legen die Gründer Wert darauf, dass die vorderen Plätze in der Ergebnisliste einer Google-Suche nicht käuflich sind. Wer im Umfeld einer Suche werben will, kann seine Links – optisch abgesetzt – über oder neben der Ergebnisliste platzieren. Zweites Standbein ist das Lizenzgeschäft. Internetportale wie Yahoo oder AOL zahlen hohe Summen, um die Suchtechnologie von Google zu nutzen. Mit neuen Diensten will Google jetzt in andere Geschäftsbereiche vorstoßen. Der Spezialdienst Froogle sucht nach Produkten, die mit Foto und Link zum Anbieter angezeigt werden. Neu ist auch der Nachrichtendienst Google News, der – vollautomatisch – die wichtigsten Neuigkeiten in Politik, Wirtschaft oder Sport aus dem Web fischt. Beide Services sind bisher nur in den USA verfügbar, sollen aber auch in Europa eingeführt werden.

Seinen Erfolg verdankt Google seiner überlegenen Technologie. In Millisekundens werden die Ergebnisse angezeigt und nach Relevanz geordnet. Das Prinzip: Je mehr Webseiten auf ein Internetangebot verweisen, desto wichtiger ist die Seite. Allerdings versuchen immer mehr Betreiber von Webseiten, die Suchergebnisse zu manipulieren. Mit gigantischen „Linkfarmen“, die auf das eigene Angebot verweisen, wollen sie die ersten Plätze in einer Ergebnisliste erobern. „Das ist eine ernste Bedrohung für Google“, sagt der Suchmaschinenexperte Stefan Karzaunikat. Vor allem Shoppingseiten wie Ebay, Tchibo oder Conrad versuchten so, bei Google in die erste Reihe zu kommen. Google versucht das mit einer verbesserten Suchtechnik zu verhindern. Zusätzlich werden doppelt und dreifach auftauchende Links aus den Ergebnislisten gelöscht – per Hand.

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