Süddeutschland : Großrazzia wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung

Wegen des Verdachts von Betrug, Untreue und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe starten Staatsanwaltschaft, Polizei und Steuerfahndung eine Großrazzia in Süddeutschland. Im Mittelpunkt des Falls steht ein 54-Jähriger, auf dessem landwirtschaftlichem Hof es offenbar drunter und drüber ging.

MünchenInsgesamt wollten die Behörden ab dem heutigen Dienstag rund 100 Büro- und Wohnräume in 35 Orten in Süddeutschland und im benachbarten Ausland durchsuchen - unter anderem im Allgäu, im Landkreis Biberach und im Raum München, wie ein Sprecher der zuständigen Ravensburger Staatsanwaltschaft sagte. Gegen den mutmaßlichen 54-jährigen Hauptverantwortlichen erließ das Amtsgericht Ravensburg Haftbefehl. Die Ermittlungen stehen aber nicht im Zusammenhang mit der Liechtensteiner Steueraffäre, betonte der Sprecher.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen besteht der dringende Verdacht, dass eine Gruppe unter Führung eines 54-jährigen Betreibers eines landwirtschaftlichen Anwesens im württembergischen Allgäu mit Vermögensstraftaten mehrere Millionen Euro erbeutet habe, wie die Staatsanwaltschaft Ravensburg mitteilte. Der 54-Jährige soll gezielt ein Firmengeflecht aufgebaut haben und unter anderem durch Scheinarbeitsverhältnisse, fingierte Provisionszahlungen und überhöhte Rechnungsstellungen seine Mitgesellschafter um mehrere Millionen Euro betrogen haben.

Eine Vielzahl der Tatbeteiligten und Scheinarbeitnehmer stammt aus der Lebensgemeinschaft auf dem Hof des 54-Jährigen. Sie sollen von ihm beherrscht und massiv beeinflusst gewesen sein. Die auf ihre Konten überwiesenen Gelder aus den Scheinarbeitsverhältnissen, so die bisherigen Erkenntnisse, hoben sie größtenteils ab und gaben sie an den Mann weiter. Neben den Vermögensstraftaten werde gegen einige der Tatverdächtigen auch wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Außerdem bestehe der Verdacht, dass innerhalb der Lebensgemeinschaft auf dem Hof Betäubungsmittel angekauft und konsumiert worden seien. (kj/AFP)

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