Wirtschaft : Südkorea entzieht fünf weiteren Banken Lizenz

Ausländische Beteiligungen begrenzt / Won fällt auf Rekordtief

SEOUL (AFP/rtr). Die südkoreanische Regierung hat am Mittwoch weiteren fünf Handelsbanken die Lizenz entzogen.Damit erfüllte die Regierung Verpflichtungen im Zusammenhang mit einem Hilfspaket des Internationalen Währungsfonds (IWF).Nach den Auflagen, die der IWF an die inzwischen auf 60 Mrd.Dollar (107 Mrd.DM) angestiegene Kredithilfe für Südkorea knüpfte, sollen angeschlagene Finanzinstitute geschlossen werden.Vor einer Woche hatte die Regierung neun Handelsbanken die Lizenz vorerst bis zum Jahresende entzogen und damit die Reform des Bankensektors eingeleitet.Die fünf geschlossenen Banken sind die Daehan Investment Banking Corp., die Nara Handelsbank sowie die Hanhwa- und die Chungang Handelsbank.Auch der Shinhan Investmentbank wurde die Lizenz entzogen.Erst am Dienstag hatte die Regierung zwei angeschlagene Banken mit Kapitalspritzen gestärkt, um so den krisengeschüttelten Finanzsektor zu stabiliseren.Südkoreas Märkte und weite Teile der Bevölkerung haben das Stabilitätspaket der Regierung unzufrieden aufgenommen.Die Regierung in Seoul beschloß am Mittwoch unter anderem, die Beteiligungsgrenze für ausländische Investoren zu erhöhen.Ab sofort soll die mögliche Beteiligung fremdländischer Geldgeber von 26 auf 50 Prozent erhöht werden, teilte die Regierung mit.Auch dürfe nun ein einzelner Investor bis zu 50 Prozent der Aktien eines Unternehmens halten, nach bisher nur sieben Prozent.Die südkoreanische Währung Won fiel um zehn Prozent auf einen historischen Tiefstand von 1565,90 Won je Dollar.Die Opposition forderte von der Regierung, das Hilfspaket des Internationalen Währungsfonds aus der vergangenen Woche nachzuverhandeln.Noch vor wenigen Tagen hatte die Regierung zugesagt, keine weiteren Finanzhäuser schließen zu wollen.Finanzminster Lim Chang-Yuel, der nun das Geschäft weiterer fünf Banken aussetzte, erklärte, diese hätten ihre Schulden nicht mehr zahlen können."Sie stören nur die Geschäfte anderer Handelsbanken und Unternehmen", begründete er die Entscheidung.

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