Wirtschaft : Südkoreas Autobauer und Bankangestellte im Streik

SEOUL (AFP).In Südkorea wächst mit erneuten Streiks zehntausender Autoarbeiter und Bankangestellter die Furcht vor sozialen Unruhen.Beim größten Autohersteller des Landes, Hyundai, traten am Montag Mitarbeiter aus vier Werken in einen zunächst auf zwei Tage befristeten Streik, um die geplante Entlassung von mehr als 4000 Kollegen abzuwenden, wie ein Gewerkschaftssprecher sagte.Er drohte mit einer Verschärfung des Arbeitskampfes, wenn die Geschäftsleitung auf den Kündigungen beharre."Alle 26 000 Gewerkschaftsmitglieder haben ihren Arbeitsplatz in den Fabriken in Ulsan verlassen, um einen 48-Stunden-Streik zu beginnen", hieß es in einer Erklärung der Gewerkschaft von Hyundai Motor Co.Ein Unternehmenssprecher in Seoul bezeichnete die Streiks als "illegal".In der Hauptstadt Seoul legten Tausende Bankangestellter für eine Stunde die Arbeit nieder, um zum wiederholten Male gegen die von der Regierung verfügte Schließung und Zwangsfusion fünf maroder Geldinstitute zu protestieren.Für den 14.und 15.Juli zeichnet sich ein Generalstreik ab.

Auch die Gewerkschaft der Bankangstellten drohte der Regierung mit einer Ausweitung der Proteste."Wenn die Regierung die Entscheidung nicht zurücknimmt und auf weitere Zwangsfusionen verzichtet, werden wir die Regierung bekämpfen", mahnte ein Sprecher.Tausende Angestellter verließen zur sonst geschäftigen Mittagszeit ihre Bankschalter, um demonstrativ essen zu gehen.Mehrere Dutzend Demonstranten hatten sich überdies die Köpfe kahlgeschoren.

Unter dem Eindruck der Proteste gab der Aktienindex an der Börse in Seoul im Morgenhandel um 0,3 Prozent nach.Aktienhändler wiesen auf die Besorgnis der Investoren hin, Südkorea stehe ein heißer Streiksommer bevor.Seit Jahresbeginn hat sich die Zahl der Arbeitslosen als Folge der Wirtschaftsreformen mehr als verdoppelt; sie liegt bei 1,5 Millionen.

Die Gläubigerbanken des unter Zwangsverwaltung stehenden Fahrzeugherstellers Kia legten derweil ihren Zeitplan für den Verkauf des Unternehmens vor.Kia soll am 15.Juli in einem freien Bieterverfahren versteigert werden; wer den Zuschlag erhält, soll bis Ende August feststehen.Um Kia wirbt neben den südkoreanischen Herstellern Hyundai, Daewoo und Samsung auch der US-Autoriese Ford.Kia hatte bis Juli vergangenen Jahres einen Schuldenberg von umgerechnet 13 Mrd.DM angehäuft.

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