Wirtschaft : Südkoreas Bankaufsicht schließt fünf Institute

TOKIO (ga/HB).In einem ersten entscheidenden Schritt zur Sanierung des Bankensystems hat Südkoreas neue Finanz-Aufsichtsbehörde am Montag die Restrukturierungspläne von fünf Geschäftsbanken abgelehnt und die Abwicklung der Institute durch Zwangsfusion mit anderen Banken angeordnet.Weitere sieben Banken müssen bis Ende Juli ihre Restrukturierungskonzepte konkretisieren und einen exakten Zeitplan zur Verwirklichung vorlegen, sonst droht ihnen das gleiche Schicksal.

Von den ingesamt 26 koreanischen Geschäftsbanken hatten zwölf Ende 1997 die von der BIZ angeordnete Eigenkapitalquote von über acht Prozent nicht erreicht.Die Banken mußten bis Ende April Restrukturierungskonzepte vorlegen.Die Zwangsfusionen wurden nach einer Analyse der Konzepte durch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und das zwölfköpfige Bank Appraisal Committee angeordnet.Die Übernahme-Institute, die Ende 1997 eine Eigenkapitalquote von über neun Prozent erreichten, erhalten damit, so Choi Buhm-Soo, Berater des Vorsitzenden der Aufsichtsbehörde gegenüber dem Handelsblatt, faktisch das Geschäft der abzuwickelnden Banken ohne die Problemkredite zum Nulltarif.Sie können sich aber auch für eine Übernahme von Problemkrediten zu einem unter dem Nominalwert liegenden Niveau entscheiden.Zudem sollen ihnen als Anreiz staatliche Kapitalspritzen und - vorbehaltlich der Genehmigung des Parlaments - Steuervorteile gewährt werden.Bei weiteren zwölf Banken, die eine Eigenkapitalquote von über acht Prozent erreichten, ist bis Ende August eine Bestandsaufnahme des tatsächlichen Problemkreditvolumens vorgesehen.Das von südkoreanischen Banken gehaltende Problemkreditvolumen wird zur Zeit mit 100 Billionen Won (rund 130 Mrd.DM) beziffert.

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