Wirtschaft : Suharto bleibt zögerlich

In Indonesien geht das Tauziehen mit dem IWF weiter JAKARTA (rtr).Indonesien und der Internationale Währungsfonds (IWF) sind sich am Montag im Konflikt um die Auszahlung eines Milliardenkredits doch noch entgegengekommen.Sein Land werde die mit dem Fonds vereinbarten Wirtschaftsreformen umsetzen, sagte Außenminister Ali Alatas in Jakarta.Ein IWF-Vertreter erklärte, eine Delegation des Fond hoffe, Gespräche mit Indonesien über die Auszahlung einer zweiten Rate in Höhe von 3 Mrd.Dollar bald abschließen zu können.Insgesamt hat der IWF zusammen mit anderen internationalen Kreditgebern Indonesien insgesamt 40 Mrd.Dollar (rund 73 Mrd.DM), am Wochenende aber erklärt die zweite Rate nicht auszuzahlen.Er reagierte damit auf Äußerungen von Suharto, das Hilfspaket des Internationalen Währungsfonds sei nicht auf die indonesische Wirtschaft zugeschnitten."Das IWF-Paket wird (Indonesien) eine liberale Wirtschaft aufdrängen", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Antara den Präsidenten.Die Verfassung des Landes aus dem Jahr 1945 sehe dagegen einen solchen Wirtschaftsliberalismus nicht vor.Kritik des Währungsfonds hatten auch wiederholte Äußerungen Suhartos hervorgerufen, den Kurs der Rupie an den Dollar zu binden.Ein Sohn des Präsidenten bekräftigte am Montag nochmals dieses Vorhaben.Zuletzt sprach der Präsident zurückhaltender nur noch davon, es sei sehr dringend, daß der Kurs auf einem "angemessenen Niveau" stabilisiert werde.Ursprünglich hätte der IWF-Vorstand bis zum 15.März über die Auszahlung der zweiten Kreditrate entscheiden sollen.Unter dem Eindruck des Streits sackte die Rupie an der Börse in Jakarta auf den Stand von 10 825 für einen Dollar ab, am Freitag hatte der Kurs noch bei 10 300 gelegen.Zwischenzeitlich mußten für einen Dollar sogar 12 500 Rupien bezahlt werden.Auch die Börse in Jakarta schloß am Montag schwach.Der Sammelindex gab um 3,2 Prozent auf 496 Punkte nach.Dies zog ebenfalls die Börsenkurse in Singapur um 2,06 Prozent nach unten.Volkswirte in Südostasien sagten, falls die Auszahlung der Kredite verschoben würde, könne dies die angeschlagene Wirtschaft des Landes in den Ruin führen.Die Devisenreserven des Landes könnten an ihr Limit stoßen.Indonesiens Finanzen befänden sich bereits jetzt in einer extremen Zwangslage.Von Ende Januar bis Ende Februar seien die Devisenreserven des Landes von 19,06 Mrd.Dollar auf 16,33 Mrd.Dollar geschrumpft."Indonesien ist mit ernsten Liquidiätsproblemen konfrontiert", sagte einer der Ökonomen.Seit Juli hat die indonesische Landeswährung angesichts der Wirtschaftskrise in Asien 70 Prozent an Wert verloren.

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