Super-Airbus A380 : EADS befürchtet Folgen der Airbus-Krise für 2006

Beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS könnte die Krise der Tochter Airbus nun doch schon die Ergebnisse im laufenden Jahr beeinträchtigen. Der Konzern bangt um bisherige Bestellungen beim A350.

Paris - Auch wenn die Mitte Juni verkündeten Lieferverzögerungen beim Super-Airbus A380 in der aktuellen Bilanzprognose berücksichtigt seien, könnten im Jahresverlauf "bestimmte Sachverhalte diesen Ausblick weiter beeinflussen", erklärte der Konzern zur Vorlage der Halbjahreszahlen. So ließen sich beim Langstreckenflugzeug A350, das nach Kunden-Protesten weitgehend neu entwickelt werden muss, die Auswirkungen auf bestehende Bestellungen erst nach dem Programmstart bewerten.

"Daraus könnten sich Einmalbelastungen ergeben", erklärte EADS. "Darüber hinaus könnte die von der EADS durchgeführte Prüfung der Airbus-Planung für die A380-Entwicklung und den Produktionshochlauf weitere Aufwendungen nach sich ziehen." Bei der Verkündung der Lieferverzögerungen beim A380 im Juni hatte EADS eine Beeinträchtigung des Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im laufenden Jahr noch ausgeschlossen und lediglich von Belastungen von "rund 500 Millionen Euro pro Jahr" für 2007 bis 2010 gesprochen.

Steigender Umsatz im ersten Halbjahr

Für 2006 hob EADS die erwartete Zahl der Flugzeugauslieferungen auf einen neuen Rekord von 430 an. Der Umsatz werde damit auf "deutlich über 37 Milliarden Euro" steigen. Auf Basis des Halbjahres hochgerechnet würde das Ebit des Gesamtjahres laut EADS bei rund 3,2 Milliarden Euro liegen, der Gewinn je Aktie bei 2,35 Euro. Diese Werte befinden sich am unteren Ende der bislang veröffentlichten Spanne. Mit den weiteren Belastungen könnten die Zahlen nun womöglich noch niedriger ausfallen.

Im ersten Halbjahr machte EADS einen Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,491 Milliarden Euro. Dies waren drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz erhöhte sich um 18 Prozent auf 18,98 Milliarden Euro. Dabei legte Airbus als wichtigster Unternehmensteil um 17 Prozent auf 13,15 Milliarden Euro zu. Im ersten Halbjahr wurden bei dem Flugzeugbauer 219 Maschinen ausgeliefert (Vorjahreszeitraum: 189). Bei den Aufträgen erhielt Airbus im ersten Halbjahr 117 Kundenbestellungen und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor (276). Auf der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough kamen dem Unternehmen zufolge im Juli weitere 182 Festaufträge und Kaufzusagen hinzu. (tso/AFP)

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