Wirtschaft : Super-Plus-Benzin ab Januar 2000 über zwei Mark

Klaus Wieking

Große Preisunterschiede auch bei Markenanbietern - Harter KonkurrenzkampfKlaus Wieking

Der Preis für den Liter Super-Plus-Benzin wird am 1. Januar 2000 in Berlin über die zwei-Mark-Hürde springen, wenn die zweite Stufe der Öko-Steuer in Kraft tritt. Allerdings sollte der Autofahrer beim Tanken die Augen offenhalten, denn in Berlin gibt es bei den Kraftstoffen Preisunterschiede von bis zu 17 Pfennig pro Liter.

Bereits in der vergangenen Woche waren die Kraftstoffpreise an manchen Tankstellen um bis zu vier Pfennig gestiegen. Damit erreichten sie einen neuen Höchststand. Nach Angaben der Berliner Verbraucherzentrale lag an manchen Markentankstellen in den Innenstadtbezirken der Preis für Super Plus nur noch fünf Pfennig unter der Zwei-Mark-Hürde. Die wird ab 1. Januar 2000 genommen, wenn der Kraftstoffpreis inklusive Mehrwertsteuer um sieben Pfennig pro Liter steigt. Insgesamt haben die Preise für Kraftstoff im Durchschnitt in diesem Jahr um 30 Pfennig pro Liter angezogen.

Die Hauptpreistreiberin bei dieser Entwicklung ist jedoch sogar nach Aussage der Mineralölwirtschaft nicht die Öko-Steuer, sondern die internationale Preisentwicklung beim Mineralöl. "Anfang des Jahres lag der Preis pro Barrel Rohöl unter zehn Dollar. Jetzt zahlen wir dafür 25 bis 26 Dollar", berichtet Barbara Meyer-Bukow, Sprecherin des Verbandes der Mineralölwirtschaft. Ursache des Preissprungs ist der harte Dollar und die Produktionsdrosselung der erdölexportierenden Länder bei steigender Nachfrage auf dem Weltmarkt. Die steigenden Importpreise werden aber von den Tankstellen höchst unterschiedlich an den Kunden weitergereicht, selbst unter den Markenanbietern finden sich Preisunterschiede von sieben bis acht Pfennig pro Liter. So reicht nach Angaben der Verbraucherzentrale Berlin die Preisspanne in der Stadt bei Normalbenzin von 1,70 bis 1,85 Mark, bei Super von 1,75 bis 1,90 Mark, bei Super Plus von 1,84 bis 1,95 Mark und bei Diesel sogar von 1,36 bis 1,53 Mark.

Die Differenzen führt Karl-Heinz Schult-Bornemann, Sprecher der Esso Deutschland GmbH, auf den "extrem scharfen" Wettbewerb zurück. Da der Kraftstoffverbrauch in Deutschland stagniere, kämpften die Mineralölgesellschaften um Marktanteile. Über den Preiskampf wollten sie Kunden binden.

Nach Angaben von Schult-Bornemann steht Berlin im Vergleich zum übrigen Bundesgebiet bei den Kraftstoffpreisen noch vergleichsweise günstig da. So liegt Berliner Diesel drei Pfennig unter dem Bundesdurchschnitt von 1,47 Mark pro Liter, der Berliner Preis für Normalbenzin sogar 3,5 Pfennig unter dem Bundes-Preis von 1,81 Mark.

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