Supermärkte : Tengelmann-Senior Erivan Haub tritt kürzer

Generationswechsel bei Tengelmann-Konzernsenior Erivan Haub will seine Geschäftsanteile fast vollständig an seine drei Söhne abtreten. Harsche Kritik übt der Unternehmer an deutschen Managern.

Mülheim/Ruhr Tengelmann-Senior Erivan Haub (75) zieht sich ein weiteres Stück aus dem Konzerngeschäft zurück und gibt seine Geschäftsanteile fast vollständig an seine drei Söhne ab. Der Discount- und Handelspionier tritt 46 Prozent seines 50-Prozent-Pakets ab. Die Söhne Karl-Erivan und Christian, die bereits die Geschäfte leiten, sowie Georg Haub halten jetzt jeweils 31,33 Prozent. "Wir haben den Generationswechsel nicht nur in der Geschäftsführung, sondern auch in den Beteiligungsverhältnissen vollzogen", sagte Karl-Erivan Haub im Interview mit dem "Manager Magazin". Eine Tengelmann-Sprecherin in Mülheim an der Ruhr bestätigte den Bericht.

Europa-Geschäftsführer Karl-Erivan Haub kündigte den Aufbau neuer Konzernsparten an. Beim Discounter Plus will er das Online-Geschäft forcieren. "Der Web-Shop hat das Zeug zu einem unabhängigen Geschäftsfeld", sagte Haub. Den Immobilienbereich mit 500 Objekten hat er im Unternehmen Tengelmann Real Estate International zusammengefasst. Es umfasst unter anderem Ladenlokale ehemals eigener Plusfilialen. "Das bedeutet für uns langfristige Mietverträge und einen stabilen Cashflow."

Tengelmann will trotz der internationalen Ausrichtung weiter in Deutschland Steuern zahlen. "Ich bin zuversichtlich, dass sich Tengelmann 2017 nach wie vor als erfolgreiches, familiengeführtes, internationales Handelsunternehmen mit Sitz in Deutschland präsentieren wird." Haub betonte, die Wirtschaft müsse Konsequenzen aus ihrem zunehmend schlechten Image ziehen. Dabei führte er die "Liechtenstein-Affäre" und "Bezahlungsexzesse" bei Managern an.

Zur Mülheimer Tengelmann-Gruppe gehören der Discounter Plus, die Supermärkte Kaisers Tengelmann, die Baumarktkette Obi sowie der Textildiscounter Kik. Das 1867 gegründete Familienunternehmen erzielte mit weltweit knapp 152.000 Mitarbeitern im Geschäftsjahr
2006/2007 einen Umsatz von 24,5 Milliarden Euro. (mfa/dpa)

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