"SuperReturn" in Berlin : Gute Laune beim Gipfel der Investoren und Steuerparadiese

Trump, Brexit, Panama-Papers? Solche Themen lassen die Chefs der Kapitalbeteiligungsgesellschaften weitgehend kalt. Sie geben sich auf ihrer Konferenz „Super Return“ in Berlin betont gelassen

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Die 20. Auflage der Konferenz "Super Return International" findet vom 26. Februar bis zum 1. März 2017 im Hotel InterContinental in Berlin-Tiergarten statt.
Die 20. Auflage der Konferenz "Super Return International" findet vom 26. Februar bis zum 1. März 2017 im Hotel InterContinental...Foto: Kevin P. Hoffmann

Am Stand von Fondsverwalter LRI aus Luxemburg wird gelacht. Nebenan bei Jersey Finance machen die Vertreter mit dem Ausschank von Espresso und Cappuccino gute Stimmung für ihre Insel im Ärmelkanal. Jersey war wie die Schwester Guernsey (aber anders als das britische Mutterland) nie Mitglied der EU. Auch darum ist man seit jeher beliebt bei Finanzinvestoren, die besonders wenig Wert auf Regulierung aus Brüssel legen. Selbstverständlich präsentieren sich beide Steuerparadiese auf dem Investorenkongress „Super Return“, der noch bis Mittwoch im Hotel InterContinental in Berlin-Tiergarten stattfindet.

Fast zwölf Jahre ist es her, als der damalige SPD-Chef Franz Müntefering Kapitalbeteiligungsgesellschaften pauschal als „Heuschrecken“ bezeichnete und damit deren – seiner Ansicht nach – kurzfristige und überzogene Renditeerwartungen kritisierte. Nachhaltig geschadet hat es der Branche nicht – auch wenn das Investitionsvolumen der Private-Equity-Gesellschaften hierzulande im vergangenen Jahr gesunken ist. Solche Schwankungen seien in der Branche nicht unüblich, meint Joachim von Ribbentrop, der Chef des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK). Man sei weiter in einem sehr stabilen Markt unterwegs. „Anders als vor zehn Jahren ist Private Equity in Deutschland heute Mainstream“, bestätigt Ron Ayles, Partner des Fonds Advent International, der von der von der US-Metropole Boston aus Anlagen im Gesamtvolumen von umgerechnet 18 Milliarden Euro verwaltet. Die Branche sei „erwachsener“ geworden, meint Ayles in Berlin.

Gelassener sowieso – auch, weil sich die Investoren vor allem als Partner kleiner und mittelgroßer Unternehmen verstehen, die in der Regel nicht so anfällig sind für Spannungen der Weltpolitik wie Großkonzerne. So lassen die Wirren rund um Trump oder den Brexit die Investoren weitgehend kalt.

Auch wer Branchenvertreter auf der „Super Return“ auf die Enthüllungen aus den Panama-Papers im Frühjahr 2016 anspricht, erntet kaum mehr als ein Schulterzucken. Damals wurde deutlich, welche große Rolle einige Finanzinvestoren beim Verschleiern von Geldströmen spielen. „Das ist vor allem ein Medien-Thema gewesen“, meint Mark McKeary von dem Londoner Finanzdienstleister Augentius. Seriöse Anleger habe das kaum beeindruckt. In Berlin wirbt seine Firma mit Kundenbetreuung vor Ort: in den Augentius-Büros auf den Cayman-Inseln, den Britischen Jungferninseln, Zypern oder Mauritius. Kevin P. Hoffmann

Hinweis (28. Februar 2017): In einer früheren Version dieses Textes wurde Philip Wack, Direktor der Beteiligungsgesellschaft KKR, mit Aussagen zur Euro-Krise zitiert. Sie wurden gelöscht. Grund ist eine Verwechslung.

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