Wirtschaft : Swissair heißt jetzt Swiss

Die nach dem Zusammenbruch der traditionsreichen Swissair neu aufgebaute nationale Schweizer Fluglinie soll unter dem Namen Swiss fliegen. Das teilte der Chef der Crossair, André Dosé, am Donnerstag vor Journalisten in Basel mit. Die Fluggesellschaft war durch Missmanagement in die Krise geraten und konnte die Ausfälle in der Branche nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September nicht verkraften. Anfang Oktober musste Konkurs angemeldet weren. Seither steht das Unternehmen unter Gläubigerschutz. Die neue Schweizer Fluggesellschaft, zu der dann die Swiss und flugverwandte Nebengesellschaften gehören werden, bekommt den Namen Swiss Air Lines Ltd.

Die neue Gesellschaft wird auf der Grundlage der Crossair, einer ehemaligen Swissair-Regionaltochter, mit Milliardengeldern aus Regierung und Wirtschaft aufgebaut. Der Name Swissair als Marke der internationale Ziele anfliegenden Luftlinie wurde abgeschafft, weil er vor allem wegen Regressforderungen zu viele juristische Probleme gemacht hätte. Deswegen kamen auch die Namen Swiss Airline oder Air Swiss nicht zum Zug. Die Aktionäre müssen die Namensänderung von Crossair und Swissair in Swiss noch billigen. Insgesamt soll in die neue Gesellschaft, die mit Beginn des Sommerflugplans ab 31. März einsatzfähig sein soll, rund 4,7 Milliarden Franken gesteckt werden. Davon kommen etwa zwei Milliarden von Bund und Kantonen, der Rest von Banken und Wirtschaft.

Vor allem zwei Gründe gaben nach Dosé Angaben den Ausschlag für die Namenswahl: Die neue Fluggesellschaft sei ein in der Schweizer Nachkriegsgeschichte einmaliges Gemeinschaftswerk von Politik, Wirtschaft und Bevölkerung der Schweiz. "Und es werden jene Qualitätswerte sein, die unser Land groß gemacht haben, auf die wir auch beim Aufbau unserer neuen Airline setzen."

Die Flüge mit Crossair- und Swissair-Maschinen sind nach Angaben von Verkaufs- und Marketingchef Arjen Pen in den letzten Monaten besser ausgelastet gewesen als geplant. Auch die Buchungen für die nächsten Wochen ließen darauf schließen, dass die Auslastung und Erlöse die Prognosen überträfen. Die neue Gesellschaft wird die meisten Kurz- und Langstreckenflugzeuge der Swissair übernehmen. Auch über Allianzen wird verhandelt, wobei der Name Lufthansa immer wieder genannt wird.

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