Wirtschaft : T-Mobile will zum Medienhaus werden

vis

Die Deutsche Telekom wird zur Computermesse Cebit im März ein neues Portal für den mobilen Zugang zum Internet vorstellen: "T-Mobile-Online". Die Inhalte für das neue Portal - also das, was die Branche meist den Content nennt - soll die zum Konzern gehörende T-Online AG liefern. T-Mobile, die Mobilfunktochtergesellschaft der Telekom, sorgt für Marketing, Mobilität, Vertrieb und die Abrechnung. "Das heißt im Klartext: Schon bald werden unsere Kunden im Fest- und Mobilfunknetz ein einheitliches Einstiegsportal für unsere Content-Dienstleistungen finden", sagte Telekom-Vorstand Kai-Uwe Ricke auf einer Presseveranstaltung in Berlin. Dabei sei es ganz gleich, ob man sich mit dem Handy, dem Taschencomputer oder dem heimischen PC ins Netz einwähle.

T-Mobile-Online geht aus T-Motion hervor. T-Motion mit Sitz in London ist eine Tochtergesellschaft von T-Mobile (60 Prozent) und T-Online (40 Prozent). Ihre Aufgabe: mobile Multimedia-Dienste zu entwickeln - vor allem auch im Hinblick auf die neue Mobilfunktechnik UMTS. "An unserer Strategie ändert sich nichts. Es ist nur ein neuer Name", sagte Nikesh Aurora, Vorstand von T-Mobile und Geschäftsführer von T-Motion. Die Telekom ist gerade dabei, den Markennamen T-Mobile bei all ihren Mobilfunkgesellschaften zu etablieren: in Deutschland, Österreich, Osteuropa und den USA. So soll zum Beispiel auch aus Voicestream bis zum Jahresende 2002 T-Mobile US werden. T-Mobile-Online werde von der starken Marke der Muttergesellschaft profitieren, sagte Nikesh. Zusätzliche Ausgaben für Werbung seien da nicht nötig.

Mit UMTS werde sich das Geschäft von T-Mobile vollständig verändern, sagte Ricke. Heute vermarkte T-Mobile im wesentlichen Mobilfunk-Verbindungen. Künftig werde das Unternehmen ein Multimedia-Dienstleister sein. "So wie wir T-Online für die Kunden zum Internet Media House machen, entwickeln wir T-Mobile zum Mobile Media House." Heute mache T-Mobile in Deutschland 13 bis 14 Prozent des Umsatzes mit Datendiensten. Dieser Anteil werde in den kommenden Jahren auf 40 Prozent steigen. Einnahmen will T-Mobile daher zukünftig nicht nur aus dem Preis für die Verbindungsminuten sondern auch aus der Vermarktung der Inhalte erzielen. Als Anbieter von Inhalten habe das Unternehmen bereits den Unterhaltungskonzern Disney als Partner gewonnen, sagte Nikesh. Die Einnahmen teilen sich T-Mobile und Disney.

Der Betrieb von Multi-Media-Dienstleistungen stelle allerdings ein komplexes Geschäft dar, sagte Ricke. "Aus meiner Sicht steht schon aus diesem Grund fest, dass es keinen fixen Startzeitpunkt für die Vermarktung solcher Services geben wird. Wir werden vielmehr eine Art gleitenden Übergang in das Zeitalter von Mobile Media erleben." Der Wettbewerb in dem Geschäft werde nicht am ersten Tag entschieden. Wer hier erfolgreich sein wolle, "braucht einen langen Atem und Innovationskraft", sagte er.

Neu wird auch sein, dass T-Mobile die neuen Dienste im Paket vermarkten will: Das Angebot werde Endgerät, Inhalt und verschiedene Anwendungen umfassen. "Und das Angebot werden wir nicht UMTS nennen", sagte Ricke. Nicht die Technik, sondern die Produkte und der Nutzen sollen im Vordergrund stehen. Man wolle nicht den gleichen Fehler machen wie bei WAP, der Technik mit der heute der mobile Zugang ins Internet möglich ist. Zum Start von WAP gab es weder genügend Endgeräte lief die Technik zuverlässig.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben