Wirtschaft : T-Online: Die Telekom-Tochtergesellschaft setzt auf kostenpflichtige Inhalte im Netz

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Die Abschaffung des verlustbringenden Internetpauschaltarifs hat sich positiv auf die Halbjahreszahlen des Internetanbieters T-Online ausgewirkt. Die Verträge für die Flatrate (siehe Lexikon, Seite 18) mit niedrigen Übertragungsraten laufen sukzessive zum Jahresende aus. Im ersten Quartal 2001 hätten im Schnitt noch 500 000 Kunden die Flatrate genutzt, mittlerweile sei die Zahl auf unter 300 000 zurückgegangen, sagte Finanzvorstand Rainer Beaujean. Das habe die Umsatzentwicklung nach unten gebracht, aber der Profitabilität geholfen. T-Online-Chef Thomas Holtrop erwartet daraus einen ergebnisverbessernden Effekt für das gesamte Jahr 2001.

In den ersten sechs Monaten des Jahres konnte T-Online den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 53 Prozent auf 539,3 Millionen Euro steigern. Dabei schreibt die Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom immer noch tiefrote Zahlen. Im ersten Halbjahr 2001 lag der Konzernverlust bei 265,8 Millionen Euro und damit deutlich über dem Wert von 179,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dabei hat sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) vom ersten zum zweiten Quartal 2001 leicht von minus 66,4 Millionen Euro auf minus 56,9 Millionen Euro verbessert. Finanzvorstand Beaujean kündigte an, dass sich diese Verbesserung des operativen Ergebnisses in den kommenden Quartalen fortsetzen werde. Im kommenden Jahr will T-Online in Deutschland im operativen Geschäft schwarze Zahlen schreiben. 2003 soll das Ebitda im gesamten Konzern positiv werden.

Künftig besser verdienen will T-Online unter anderem mit dem Angebot kostenpflichtiger Inhalte im Netz. Dazu ist T-Online bereits einige Partnerschaften mit Medienunternehmen eingegangen, die künftig Premium-Inhalte liefern sollen, "die einen so hohen Nutzwert haben, dass der Kunde auch bereit ist, dafür zu bezahlen", sagte Holtrop. Als Beispiele nannte der T-Online-Chef unabhängige Testberichte, exklusive Börseninformationen und limitierte Last-Minute-Angebote. "Einfach ein Preisschild an bestehende Inhalte zu kleben und dafür zukünftig Geld zu kassieren, das funktioniert mit den Verbrauchern nicht", sagte Holtrop.

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