Wirtschaft : T-Online entwickelt sich besser als erwartet

Internetdienst schreibt im operativen Geschäft schwarze Zahlen

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Berlin (Tsp/dpa). Ein Quartal früher als erwartet schreibt T-Online im operativen Geschäft schwarze Zahlen. Im Halbjahr liege das Unternehmen mit 15 Millionen Euro im Plus, sagte T-Online-Chef Thomas Holtrop. Europas größter Onlinedienst setzt in Zukunft verstärkt auf bezahlte Inhalte im Netz. Spätestens in zwei Jahren sollen auf diesem Gebiet deutliche Umsätze erzielt werden, kündigte Holtrop an. In den ersten sechs Monaten 2002 habe der Konzern seine Verluste von 256,9 Millionen Euro im Vorjahr auf 136,7 Millionen Euro vermindern können.

„Vor wenigen Monaten haben Kritiker unsere Vorschläge, mit Bezahlangeboten im Internet Geld zu verdienen, als chancenlos bezeichnet“, sagte Holtrop weiter. Inzwischen zeige sich jedoch, dass die Nutzer bereit seien, für hochwertige Dienste zu bezahlen.

Einen Zuwachs erwartet Holtrop auch bei den Werbeeinnahmen. Bei der Mediennutzung erreiche das Internet bereits einen Anteil von 7,7 Prozent. Dieser Wert werde sich zu Lasten des Fernsehens weiter erhöhen. Darauf müsse die Wirtschaft reagieren. Bisher investiere sie nur 1,4 Prozent ihrer Werbeausgaben im Internet, kritisierte Holtrop: „In Zukunft werden rund zehn Prozent der Werbeetats in die digitalen und interaktiven Medien fließen.“ Bei den Tarifen kündigte der Vorstandsvorsitzende eine weitere Aufsplittung an. Die Erfahrung habe gezeigt, dass verschiedene Zielgruppen eigene Angebote verlangten. „Die Tarif-Vielfalt ist der richtige Weg“, sagte Holtrop. Beim Wachstum setze das Unternehmen zudem verstärkt auf schnelle Internetanschlüsse über DSL. Inzwischen verfügten 2,3 Millionen Nutzer über einen DSL-Zugang.

In Deutschland hat T-Online inzwischen 9,45 Millionen Kunden. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 37 Prozent von 539 Millionen auf 737 Millionen Euro. Bis zum Jahresende erwartet T-Online ein Anwachsen des Vorsteuer-Ergebnisses auf rund 60 Millionen Euro. So könne das Unternehmen bald die Gewinnzone erreichen.

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