Wirtschaft : T-Online irritiert die Anleger

Kundenzahl zu hoch angesetzt

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Berlin (msh). Der Internetkonzern TOnline hat die Finanzmärkte mit einer neuen Berechnung seiner Kunden- und Umsatzzahlen verwirrt. In einem von T-Online im Internet veröffentlichten Bericht heißt es, dass rund ein Fünftel der Kunden den Online-Dienst so gut wie gar nicht nutzen und die Zahl der lukrativen Breitbandabonnenten viel zu hoch angegeben war. Analysten und Aktionärsschützer reagierten geschockt. „Das ist ein Desaster. Nach den Skandalen der letzten Jahre ist jede Korrektur von Unternehmenszahlen Gift für die Börse“, sagte Ulrich Hocker, Chef der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), dem Tagesspiegel. Die Investmentbank Morgan Stanley kommt zu dem Schluss, dass bei einer Bereinigung der Abonnentenzahlen 60 Prozent des Kundenwachstums von T-Online in Deutschland im Jahr 2003 zurückgenommen werden müssten.

Der größte Internetprovider Deutschlands kommt mit der Veröffentlichung einer Forderung von Analysten nach, die mehr Klarheit in der Berichterstattung gefordert hatten. Doch anstatt für „mehr Transparenz“ (T-Online), sorgt der neue Kunden- und Umsatzausweis für Unsicherheit. T-Online weist in seiner aktuellen Statistik 2,25 Millionen Kunden aus, die den Dienst länger als 30 Tage nicht genutzt haben. Das sind fast 21 Prozent der 10,8 Millionen Kunden. Nach Ansicht von Morgan Stanley werden diese Kunden bei vergleichbaren Internetprovidern nicht den festen Abonnenten zugerechnet.

Ebenfalls neu ist der Ausweis von Kunden, die mit einem schnellen DSL-Zugang ins Netz gehen. Bisher nannte T-Online die Zahl von 3,4 Millionen Breitbandkunden in Deutschland. Jetzt sind es nur noch 2,16 Millionen feste Abonnenten. Der Grund: Bei der höheren Angabe wurden Internetnutzer mitgezählt, die zwar einen schnellen DSL-Anschluss der Telekom-Tochter T-Com installiert hatten, für den Zugang zum Netz aber vermutlich einen preisgünstigeren DSL-Tarif der T-Online-Konkurrenten wie etwa United Internet, AOL oder Freenet wählten. Bei T-Online gingen sie weiter mit den langsameren Anschlüssen ins Netz, landeten aber trotzdem in der Statistik für Breitbandkunden.

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