Wirtschaft : T-Online: Pauschaltarif kommt das Unternehmen teuer zu stehen

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Bei T-Online steigen Umsatz und Kundenzahl - doch die Internet-Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom schreibt immer noch tiefrote Zahlen. Nach vorläufigen Angaben hat T-Online in den ersten drei Monaten 2001 den Umsatz gegenüber dem 1. Quartal 2000 um 61,2 Prozent auf 280,2 Millionen Euro gesteigert. Im letzten Quartal 2000 hatte der Umsatz noch bei 254,5 Millionen Euro gelegen. Gleichzeitig fiel der Verlust bei T-Online im ersten Quartal 2001 eine halbe Million Euro geringer aus als in den vorangegangenen drei Monaten. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) lag bei minus 66,4 Millionen Euro. Im März 2000 hatte das Unternehmen noch ein positives Ebitda von 5,8 Millionen Euro ausgewiesen. In Deutschland stieg die Zahl der T-Online-Kunden von 31. Dezember bis 31. März um 8,6 Prozent auf 7,09 Millionen (8,67 Millionen inklusive der Tochtergesellschaften im Ausland).

Als Grund für die deutlichen Verluste gab T-Online Belastungen durch die ausländischen Töchter und die hohen Kosten für den mittlerweile abgeschaffte Pauschaltarif (Flatrate), mit der Kunden für einen festen Betrag zeitlich unbegrenzt im Internet surfen konnten. Der negative Effekt der Flatrate werde im Laufe des Jahres verschwinden, hieß es. Der Umsatzanstieg sei vor allem aus dem Geschäft mit dem Zugang zum Internet gekommen. In diesem Bereich konnte das Unternehmen die Umsatzerlöse im Vergleich zum vorangegangenen Quartal um 22 Prozent auf 241,8 Millionen Euro steigern. Mittelfristig will T-Online allerdings seine Abhängigkeit vom Zugangs-Geschäft abbauen und bis zum Jahr 2003 aus den roten Zahlen kommen. Im strategisch wichtigen Portalgeschäft, das Werbeeinnahmen und Provisionen für E-Commerce umfasst, ging der Umsatz jedoch im Vergleich zum Vorquartal um 17 Millionen Euro auf 31,3 Millionen Euro zurück. Das liege daran, dass die Telekom Werbeaufträge zurückgezogen habe.

Der T-Online-Umsatz sei leicht besser gewesen, als erwartet, sagte Norbert Kretlow, Analyst bei Independant Research. Positiv bewertet er, dass die Kunden den Dienst offenbar intensiver nutzen als bisher, denn die Zugangsentgelte seien stärker gestiegen als die Kundenzahl. Die Schwäche von T-Online bei E-Commerce-Umsätzen hält der Analyst nicht für dramatisch. T-Online habe bereits angekündigt dieses Geschäftsfeld auszubauen. Kretlow bewertet die am Neuen Markt gehandelte Aktie als marktneutral.

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