Wirtschaft : T-Online setzt auf Fernsehen im Internet

Die Telekom-Tochter T-Online will mit "laufenden Bildern" eine neue Internetdimension beschreiten und damit ihre hohen Verluste abbauen. "Die Phase der Textlastigkeit ist vorbei", sagte Vorstandschef Thomas Holtrop am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz. Er rechnet damit, dass das Unternehmen bereits im Herbst erstmals schwarze Zahlen vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) schreiben wird.

Wegen der hohen Abschreibungen bei ausländischen Beteiligungen werde der Konzern jedoch weiterhin Verluste schreiben, sagte Finanzvorstand Rainer Beaujean. Für 2002 erwartet er einen Fehlbetrag von 350 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr lag das Konzernminus bei 797 Millionen Euro nach minus 390 Millionen Euro im Jahr zuvor. Auch diese Zahl erklärte Beaujean mit der Konsolidierung der ausländischen Beteiligungen. Zudem habe T-Online für die Risikovorsorge seiner Beteiligung an der Comdirect eine Firmenwertabschreibung in Höhe von 281 Millionen Euro vorgenommen.

Eine Prognose, in welchem Zeitraum die Verluste abgebaut werden können, wollte der Finanzvorstand nicht abgeben. Als Hauptgrund für die Ebitda-Verluste im Jahr 2001 in Höhe von 189 Millionen Euro (2000: minus 121,6 Millionen Euro) nannte er den defizitären Pauschaltarif für den schmalbandigen Internetzugang. Der sei zum Jahresende endgültig abgestellt worden.

Bei Umsatz und Kundenentwicklung verzeichnet das Unternehmen hohe Zuwachsraten. So nutzen zurzeit rund 10,7 Millionen Menschen das Angebot des Unternehmens - ein Drittel mehr als Ende 2000. Beaujean erwartet, dass diese Zahl im laufenden Jahr auf mehr als zwölf Millionen klettert. Der Umsatz konnte 2001 um 43 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro gesteigert werden.

Konzernchef Holtrop will mit neuen Angeboten weitere Einnahmequellen erschließen. Bereits jetzt nutzten 2,2 Millionen Kunden das "Breitband-Internet", knapp die Hälfte mit dem T-DSL Pauschaltarif. Mit dieser Technik könnten zusätzliche Bezahl-Angebote übermittelt werden, wie Musik, Filme oder Sportnachrichten. Marktuntersuchungen zeigten, dass die Kunden bereit seien, für solche Inhalte Geld auszugeben. In Kooperation unter anderem mit dem Fernsehsender RTL, dem FC Bayern oder den Musikgruppen Brosis und No Angels sollen Projekte getestet werden. Die Angebote von auto.t-online, heute.t-online und bild.t-online sollen sich nach Vorgabe von Holtrop innerhalb von 36 Monaten finanziell rechnen.

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