Wirtschaft : T-Online steht noch am Anfang

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Von Corinna Visser

Thomas Holtrop hat sich Großes vorgenommen: Der Chef des Internetanbieters TOnline will Schluss machen mit der „Kostenlos-Kultur“ im Internet. Bisher zahlen die Kunden zwar für den Zugang, sind aber daran gewöhnt, dass im weltweiten Datennetz sonst fast alles kostenfrei zu haben ist. Daran waren die Anbieter selbst Schuld. Wann immer eine Firma für ein Angebot kein Geld verlangt, können es auch die anderen nicht mehr, sonst surfen die Kunden woanders hin.

Holtrop ist bei seinem Vorhaben ein gutes Stück vorangekommen. Die ersten kostenpflichtigen Angebote gibt es. Und zusätzliche Einnahmequellen braucht T-Online dringend. Bisher wuchs der Umsatz schon deswegen, weil die Zahl der Kunden zunahm. Doch diese Entwicklung verliert deutlich an Dynamik. Positiv ist jedoch das kräftige Wachstum an Kunden, die sich für schnelle DSL-Anschlüsse entscheiden. Die haben schon gezeigt, dass sie für ein besseres Angebot auch mehr ausgeben wollen.

Holtrop setzt darauf, dass immer mehr Kunden bereit sein werden, für Spiele, Unterhaltung und Infos aus dem Netz zu zahlen. Dazu muss zweierlei stimmen: Die Angebote müssen exklusiv sein und echten Mehrwert bieten – also besser sein, als in anderen Medien. Beispiel: Serienfans können eine aktuelle Folge im Netz schon sehen, bevor sie im Fernsehen ausgestrahlt wird. Das ist kein Massenmarkt, aber nach diesem Prinzip lassen sich viele Angebote stricken. Wenn T-Online überzeugende Dienste anbieten kann, werden sich auch Käufer finden – sogar im Internet. Nur eines darf Thomas Holtrop nicht vergessen: Kulturwandel braucht Zeit.

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