Wirtschaft : T-Online: Telekom-Tochter kündigt Managern

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Die Führungskrise bei der Telekom-Tochtergesellschaft T-Online weitet sich aus. Jetzt haben vier Führungskräfte von T-Online ihre Kündigung erhalten. "Das Vertrauensverhältnis ist zerüttet", sagte ein Telekom-Sprecher zur Begründung. Die interne Revision der Telekom war dem Verdacht nachgegangen, dass die vier Manager aus der ersten Führungsebene unter dem Vorstand unerlaubten Nebentätigkeiten nachgegangen seien. Der Verdacht kam auf, als die Agentur Net Event für T-Online einen Co-Sponsoren-Vertrag für die ATP-Tennisserie im Wert von 60 Millionen Mark abschloss - ein Preis der in den Augen der Telekom viel zu hoch ist. Das Preis-Leistungsverhältnis stimme bei dem Geschäft nicht, sagte der Telekom-Sprecher.

Die vier T-Online-Manager sind Kommanditisten einer Firma sein, die 40 Prozent an Net Event hält. Damit würden sie von den möglicherweise überhöhten Abschlüssen der Agentur profitieren. Bei der Telekom sei die Verbindung der Manager zu Net Event nicht bekannt gewesen. Allerdings gebe es Hinweise, dass der ehemalige T-Online-Chef Wolfgang Keuntje davon gewusst haben könnte. Er könne möglicherweise seine Aufsichtspflicht verletzt haben. Das werde jetzt untersucht, sagte der Sprecher. Strafrechtliche Schritte seien gegen die Manager noch nicht eingeleitet worden.

T-Online legte am Mittwoch die vorläufigen Geschäftszahlen für die ersten neun Monate des Jahres 2000 vor. Die Einführung der neuen Flatrate-Tarife für den Zugang zum Internet ist dem Onlinedienst dabei teuer zu stehen gekommen. Die Flatrate-Tarife hätten zwar eine durchschnittliche Ausweitung der Online-Nutzungszeit auf 501 Minuten pro Monat und Kunden bewirkt, jedoch auf das Ergebnis (Ebitda) gedrückt. Trotz eines deutlichen Umsatzsprungs um 86,5 Prozent auf 542,6 Millionen Euro lag das Ergebnis mit 14,4 Millionen Euro im Minus (Vorjahr plus 14,2 Millionen Euro). Bei dem negativen Ergebis von 14,4 Millionen Euro, ist zudem der Anteil aus dem Erlös des Börsengangs der Comdirect bank, an der T-Online noch 21,35 Prozent hält, berücksichtigt. Bereinigt um diesen Effekt würde sich das Ergebnis sogar auf minus 53,5 Millionen Euro in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres belaufen.

Die neuerworbenen ausländischen Tochtergesellschaften, insbesondere Club Internet, trugen mit 31,6 Millionen Euro zum Umsatzwachstum bei. Ohne Berücksichtigung der Neukonsolidierungen ergebe sich eine Umsatzsteigerung von 75,6 Prozent.

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