Wirtschaft : T-Online verringert Verluste deutlich

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Die Geschäfte des Internetanbieters T-Online entwickeln sich im zweiten Halbjahr besser als vom Unternehmen bislang erwartet. Nach Schätzungen von Finanzvorstand Rainer Beaujean wird der Verlust des Darmstädter Unternehmens im Geschäftsjahr 2001 weniger als 200 Millionen Euro betragen. Damit revidierte er seine bisherige Ergebnisprognose um mehr als 13 Prozent nach oben.

Im dritten Quartal lag der Verlust mit 34,8 Millionen Euro deutlich unter denen des zweiten Quartals in Höhe von 57 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte für den Zeitraum Juli bis September im Vergleich zum Vorquartal um 4,2 Prozent auf 270 Millionen Euro. Zum ersten Mal erreichte T-Online im dritten Quartal auf Basis der Ergebnisrechnung vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Deutschlandgeschäft die Profitabilitätsgrenze. Obwohl erstmals die defizitären Tochtergesellschaften T-Info sowie T-Online Travel in die Konzernrechnung mit einem Fehlbetrag von 7,7 Millionen Euro aufgenommen wurden, konnte T-Online für den Berichtzeitraum einen Gewinn von 900 000 Euro ausweisen.

Nach wie vor stehen dem jedoch hohe Verluste bei den Auslandbeteiligungen gegenüber. So liegt der Umsatzanteil von Club Internet und Ya.com lediglich bei neun Prozent während sie für den größten Teil der Verluste verantwortlich sind. "Besonders das Geschäft von Club Internet in Frankreich ist problematisch", urteilt Ralf Hallmann, Analyst der Bankgesellschaft Berlin. Im Gegensatz zur spanischen Tochter Ya.com, die auf Platz zwei im Heimatmarkt liege, habe Club Internet nur geringe Chancen, in Frankreich unter die ersten drei Anbieter zu kommen. Das aber ist das erklärte Ziele von T-Online-Vorstandschef Thomas Holtrop. Einer weiteren Expansion jenseits der Grenzen erteilte Holtrop vorläufig eine Absage: Man werde erst weiter expandieren, wenn der Konzern profitabel sei und die Märkte sich konsolidiert hätten.

Die Zahl der Kunden hat im November die Marke von zehn Millionen übersprungen. Rund 80 Prozent der Nutzer leben in Deutschland leben. Hier ist T-Online mit Abstand der größte Internetanbieter vor AOL mit rund drei Millionen Kunden. Erstmals wählten sich im dritten Quartal die Nutzer länger über T-DSL-Verbindungen ins Internet ein als über herkömmliche Zugänge per Modem oder ISDN. Dieser Trend könnte sich künftig positiv bemerkbar machen. Denn die von der Deutschen Telekom bezogenen Netz-Leistungen kommen T-Online für DSL-Internetzugänge billiger als für Modem- oder ISDN-Verbindungen. Die Zahl der T-Online-Kunden, die den DSL-Hochgeschwindigkeitszugang mit einem Pauschaltarif nutzen, ist im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um fast drei Viertel auf fast 580 000 Kunden gestiegen. Ein starkes Wachstum im Bereich der breitbandigen Internetzugänge, über die sich leichter Videos oder Musik aus dem Internet laden lassen, sind für T-Online strategisch bedeutsam, da die Telekom-Tochter für diese Kunden kostenpflichtige Inhalte und Mehrwertdienste anbieten will.

RegTP setzt Flatrate-Verfahren aus

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) hat ein vom Internet-Anbieter AOL angestrengtes Verfahren gegen die Deutsche Telekom wegen möglichem Preismissbrauch bei ihrem Internet-Großhandelstarifs ausgesetzt. Die Behörde begründete dies am Donnerstag in Bonn damit, dass vor einer Entscheidung mit Hilfe eines Gutachtens eine "sachgerechte Gesamtlösung" geschaffen werden müsse. Branchenkenner hatten als Folge vor einer Monopolisierung des Marktes durch die Telekom-Tochter T-Online gewarnt.

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