Wirtschaft : Tabak-Industrie fürchtet um Umsätze

Werbeverbot sei verfassungswidrig / Batig steigert Gewinn HAMBURG (ADN).Die Tabakwarenindustrie fürchtet aufgrund des drohenden Verbots für Tabakwerbung um ihre Umsätze.Der Vorstandsvorsitzende des Zigarettenherstellers Batig GmbH, Georg C.Domizlaff, sagte am Donnerstag in Hamburg, er halte ein solches Verbot für verfassungswidrig.Es sei jedoch noch zu früh, juristische Schritte gegen das Votum des Europäischen Parlaments einzuleiten.Das Unternehmen gehe aber davon aus, daß die Bundesregierung Klage vor dem Europäischen Gerichtshof erheben wird.Dieser würden gute Erfolgschancen eingeräumt.Der Batig-Konzern umfaßt alle Tochtergesellschaften des internationalen Zigarettenherstellers British American Tobacco.Domizlaff betonte, ein Tabakwerbeverbot verhindere nicht, daß Jugendliche zur Zigarette greifen.Auch verringere sich der Konsum nicht durch diese Maßnahme.Dagegen verhindere ein Verbot von Tabakwerbung den Wettbewerb in der Industrie und fördere den Preisverfall.Ferner gingen der Bundesregierung hohe Steuereinnahmen verloren.Das Unternehmen hatte bei der Vorstellung des Geschäftsberichts für 1997 mitgeteilt, es sei ein Konzernumsatz von 6 Mrd.DM erwirtschaftet worden.Nach Angaben Domizlaffs war das eine Steigerung von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.Nach Abzug der Tabaksteuer sei ein Nettoerlös der Unternehmensgruppe von 2,1 (Vorjahr 1,9) Mrd.DM verblieben.Das Ergebnis im operativen Geschäft sei von 160 Mill.DM 1996 um 60 Prozent auf 256 Mill.DM in 1997 gesteigert worden, teilte der Vorstandsvorsitzende mit.Das Finanzergebnis habe sich jedoch um 19 Mill.DM auf 80 Mill.DM verringert.Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit weise 336 Mill.DM auf.Das entspreche einer Steigerung um 77 Mill.DM gegenüber dem Vorjahr.Nach Abzug der Ertragssteuern habe sich ein Konzerngewinn von 183 Mill.DM ergeben.1996 habe dieser bei 112 Mill.DM gelegen.Domizlaff teilte mit, das deutsche Kerngeschäft der Batig GmbH habe sich leicht um 0,2 Prozent auf einen Absatz von 24,2 Mrd.Zigaretten verbessert.Der ausländische Absatz der Batig-Töchter sei um 1,8 Prozent auf 22,4 Mrd.Zigaretten gewachsen.Der Vorstandsvorsitzende betonte, der Zigarettenkonsum sei in Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt um fast 1 Mrd.auf 169 Mrd.Stück gestiegen.Domizlaff sagte, insgesamt sei der Marktanteil des Unternehmens mit 17,6 Prozent in den ersten vier Monaten des Jahres nahezu stabil geblieben (Vorjahr 17,7 Prozent).Für das laufende Jahr werde ein leicht zunehmendes Absatzvolumen erwartet.

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