Wirtschaft : Tagesausflüge und Kurzurlaube im Trend Branche hofft auf anziehendes Geschäft im Sommer

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Trier Zum Osterfest liegen nach Einschätzung des Europäischen Tourismus Instituts (ETI) besonders bei Familien Kurzurlaube und Tagesausflüge wieder stärker im Trend. „Dieses Osterfest ist abgesehen von den guten Wettervorhersagen das erste seit Jahren, das nicht von Terror überschattet ist“, sagte ETI-Chef Martin Fontanari in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Trier.

In den vergangenen Jahren hätten die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten und die Anschläge in Madrid im vergangenen Jahr sowie die Folgen des Krieges im Irak die Stimmung der Bundesbürger, Reisen oder Ausflüge zu unternehmen, nachhaltig belastet.

Wenn der neue Trend anhalte, sei auch für die Haupturlaubszeit im Sommer ein Aufschwung für die Tourismusbranche in Sicht: „Es zeigt sich auch, dass Singles wieder mehr Kurzreisen innerhalb Europas und Städtereisen – oft mit Billigfliegern – unternehmen“, sagte Fontanari. Gleichwohl werde aber auch weiter gespart, denn das Geld sitze bei weitem nicht mehr so locker wie noch vor dem Jahr 2001. „Urlauber achten viel mehr darauf, dass sie für ihr Geld einen entsprechenden Wert erhalten.“

Dabei gebe es allgemein einen Wandel bei den Anforderungen an die Ferien. „Es geht weniger um Action, aber mehr um Erholung, Harmonie und Besinnlichkeit“, hat das ETI in einer Untersuchung festgestellt.

Mit Blick auf die Seebeben-Flutwelle in Südostasien sagte Fontanari, dass auch der jahrelange „Leistungswettbewerb, wer sich mit dem weitesten Urlaubsziel schmücken kann“, nun in den Hintergrund trete. Zudem müssten sich die Reiseveranstalter generell auf mehr kurzfristige Buchungen einstellen. Kurzurlaube mit kurzen Strecken und kurzen Aufenthalten lägen weiter im Trend.

Deutlich wird dies vor allem bei der Dauer der Reisen. Vom Jahr 2003 auf das vergangene Jahr sank die durchschnittliche Reisedauer für den Jahresurlaub nach einer repräsentativen Studie des Instituts weiter von 13,2 Tage auf 12,6 Tage. dpa

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