Wirtschaft : Tankstellen müssen Preise melden Autofahrer sollen besser vergleichen können

Bonn - Nach monatelangen Vorbereitungen ist jetzt die Preismeldestelle für Benzin und Diesel an den Start gegangen. Seit Sonnabend sind die Tankstellen verpflichtet, ihre Preise unverzüglich zu melden. Damit erreichen die Vorbereitungen für quasi amtliche Benzinpreise ihre heiße Phase.

Vor zwei Wochen hatten sich 13 000 der rund 14 500 Tankstellen in Deutschland mit ihren Geodaten und Öffnungszeiten bei der Markt-Transparenzstelle angemeldet. Damit begann das Ticken der Uhr. Zwei Wochen später, so steht es in der Verordnung, beginnt die Lieferpflicht der Tankstellen für ihre Daten.

Der Autofahrer hat davon erst mal noch nichts. Im Sommer 2013, so ist die offizielle Sprachregelung des Bundeskartellamtes, soll die Stelle dann offiziell ihren Betrieb aufnehmen. Also in den nächsten drei Wochen, denn dann beginnt der Herbst. Entscheidend ist aber, dass alle Systeme rund laufen.

Die Autofahrer können dann die Benzin- und Dieselpreise der Tankstellen über Smartphone-Apps und Navigationsgeräte ohne Zeitverzug abrufen und vergleichen. „Zahlreiche Tankstellen melden ihre Preise schon jetzt in der vorgesehenen Form und in der notwendigen Taktung. Einige Verbraucherinformationsdienste speisen die Preisdaten bereits in ihre Programme ein, so dass das Gesamtsystem derzeit umfassend getestet werden kann“, sagte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt in Bonn. „Wir sind nach wie vor auf einem guten Weg.“

Der Bundestag hatte die Markt-Transparenzstelle für Kraftstoffe im vergangenen Jahr beschlossen, um den Informationsstand der Autofahrer zu verbessern und die Spritpreise zu stabilisieren. Benzin- und Dieselpreise konnten bislang schon im Internet oder per SmartphoneApp abgerufen werden. Doch die Daten waren nicht immer zuverlässig.

Mit der Markt-Transparenzstelle erhalten die Autofahrer quasi amtliche Angaben, die von den Tankstellen auf einer gesetzlichen Grundlage geliefert werden müssen. Eine staatliche Preiskontrolle ist damit nicht verbunden. Die Daten werden privaten Anbietern von Apps und Navigationssystemen zur Verfügung gestellt, die sie in ihren Produkten weiterverbreiten. Ob die Apps gratis oder gegen einen Geldbetrag abgegeben werden, entscheidet der Anbieter. Bislang sollen sich fünf Verbraucher-Informationsdienste an den Tests beteiligen, darunter der ADAC und clever-tanken.de. Über die Auswirkungen der erhöhten Markttransparenz sind sich Experten nicht einig, da keine vergleichbaren Erfahrungen vorliegen. dpa

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