Wirtschaft : Tankstellenmarkt: Wie weit ist es zur nächsten Tankstelle?

Tobias Symanski

Das Geschäft zwischen Eon und BP ist ein brillanter Doppelschlag. Beide Unternehmen werde profitieren. Mit dem Tausch bekommt Eon einen großen Anteil an Ruhrgas und kann dort die Mitsprache ausbauen. Zusätzlich wird die Konzentration auf das Kerngeschäft Strom und Gas vorangetrieben. Weiterer Effekt: Eon hat nun bessere Karten, einen Stromversorger in den USA zu übernehmen. Denn das amerikanische Kartellrecht verlangt, dass ein Stromunternehmen, das in Amerika agiert, sich auf sein Kerngeschäft beschränkt. Veba Oel wäre dabei hinderlich. Für BP hingegen geht es um nichts weniger als die Marktführerschaft in Deutschland. Nachdem Shell zu Anfang des Jahres bei Dea eingestiegen war, geriet BP noch mehr unter Wachstumsdruck. Denn das Tankstellengeschäft ist hart. Die Ölkonzerne plagen sich mit einem abnehmenden Benzingeschäft. Allein im ersten Halbjahr 2001 ging der Absatz von Benzin um acht Prozent zurück. Der intensive Wettbewerb führte 1999 zu Verlusten von rund einer Milliarde Mark an den Tankstellen. Sparen tut also Not. BP-Chef Browne rechnet auch wegen eines Stellenabbaus mit Einsparungen von 200 Millionen Dollar im Jahr. Zusätzlich ist mit einer Ausdünnung des Tankstellennetzes zu rechnen. Wenn es nach dem Mineralölwirtschaftsverband geht, ist jede vierte Tankstelle hierzulande überflüssig. Damit, dass am Ende der Kunde die Zeche bezahlt, ist jedoch nicht zu rechnen. 1970 existierten in Deutschland noch 45 000 Tankstellen, 30 Jahre später waren es noch rund 16 000. Der Autofahrer hat das kaum bemerkt. Im Gegenteil: Service und Leistungsumfang der Tankstellen wurden im Zuge der Konzentration verbessert.

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