TARIFABSCHLÜSSE : Der Aufschwung macht sich bezahlt

Das satte Gehaltsplus der Bahner von 4,5 Prozent liegt im Trend: Durchschnittlich 3,7 Prozent mehr Lohn brachten die 2007 ausgehandelten Tarifabschlüsse. Das haben die Tarifexperten des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ermittelt. Nicht nur der Bahn- Abschluss kann sich sehen lassen.

Die Metaller erkämpften sich Anfang Mai 4,1 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Etwa 3,4 Millionen Beschäftigte bekommen in einer weiteren Stufe nächstes Jahr weitere 2,4 Prozent mehr. Das Lohn-Paket gilt für insgesamt 19 Monate. Im Vorfeld der Einigung streikten 100 000 Metaller für ihre Forderung, die zunächst bei 6,5 Prozent gelegen hatte.

Die Vier vor dem Komma hatten zuvor schon die 550 000 Beschäftigten der chemischen Industrie herausgeholt und damit die Weichen für die üppigen Abschlüsse gestellt. Zusätzlich zur Entgelterhöhung um 3,6 Prozent gab es eine Einmalzahlung in Höhe von 13 mal 0,7 Prozent eines Monatsgehalts, so dass die Gewerkschaft IG BCE eine 4,3-prozentige Erhöhung reklamierte.

In der Bauwirtschaft, die der Aufschwung erreichte, mussten sich die 700 000 Beschäftigten mit 3,1 Prozent zufriedengeben. Dazu holte die Gewerkschaft einen befristeten monatlichen Festbetrag von 0,4 Prozent heraus. 2008 gibt es zwei weitere Stufenerhöhungen. Die Arbeitgeber freut, dass Betriebe in wirtschaftlicher Not das Gehalt kürzen können. Im Norden wird bis zur morgigen Urabstimmung gestreikt, weil die dortigen Arbeitgeber die Einigung lange nicht mittragen wollten.

Verlierer der Tarifauseinandersetzungen sind die Beschäftigten der Deutschen Telekom. Die 50 000 Beschäftigten der neuen Servicegesellschaften müssen mittelfristig sogar Gehaltseinbußen von 6,5 Prozent verkraften. Als Hauptargument für die Kürzung, die zuerst sogar doppelt so hoch ausfallen sollte, führte der Konzern das niedrigere Gehaltsniveau bei Konkurrenten an.nso

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