Tarifabschluss : 50 Prozent mehr Geld für Leiharbeiter

Die IG Metall verständigt sich mit den Verbänden der Zeitarbeit auf Branchenzuschläge. Sie richten sich danach, wie lange ein Mitarbeiter in einem Betrieb eingesetzt wird.

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Die knapp eine Million Leiharbeiter können mit mehr Geld rechnen. Die IG Metall verständigte sich mit den Verbänden der Zeitarbeit jetzt auf sogenannte Branchenzuschläge: Leiharbeiter, die vom kommenden November an mehr als sechs Wochen in einem Betrieb der Metallindustrie eingesetzt werden, erhalten einen Zuschlag auf das bisherige Tarifeinkommen von 15 Prozent. Dieser Zuschlag steigert sich in Stufen, je nach Einsatzzeit im Betrieb. In der dritten Stufe beispielsweise, nach fünf Monaten in demselben Betrieb, gibt es 30 Prozent mehr. In der letzten Stufe, nach neun Monaten, steigt der Zuschlag auf 50 Prozent.

Alles in allem bedeuten die neuen Branchenzuschläge „in der niedrigsten Entgeltgruppe ein Monatsplus von über 180 Euro nach sechs Wochen. In der höchsten Entgeltgruppe und bei einem Einsatz von mehr als neun Monaten erhöht sich das Tarifentgelt sogar um rund 1380 Euro“, rechnete die IG Metall vor.

Die nun vereinbarten Aufschläge gelten erstmal nur für die gut 230 000 Leiharbeiter in der Metallindustrie. Doch soll „dieser Tarifabschluss als Vorlage für weitere Branchenlösungen dienen“, teilte der Arbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) mit. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte die Tarifparteien aufgefordert, eine bessere Bezahlung der Leiharbeit bis hin zum equal pay auszuhandeln – und mit einem staatlichen Eingriff gedroht, wenn man sich nicht auf Tarifebene verständige. Das ist nun vom Tisch. „Wir brauchen keine neuen gesetzlichen Regelungen zur Zeitarbeit“, kommentierte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt die Zuschläge in der Metallindustrie. „Ich gehe davon aus, dass es ähnliche Vereinbarungen jetzt auch für andere Branchen geben kann“, sagte Hundt.

„Die Tariflücke zwischen Zeitarbeitnehmern und Stammbelegschaften wird geschlossen“, fasste der Arbeitgeberverband BAP den Kompromiss mit der IG Metall zusammen. Das Ergebnis sei indes „teuer erkauft“:  Die Kosten müssten vor allem jene Geringqualifizierten tragen, für die Zeitarbeit bislang eine große Chance auf Rückkehr in den Arbeitsmarkt dargestellt habe. Diese Beschäftigtengruppe werde womöglich mit den neuen Zuschlägen zu teuer. Und schließlich würden „die Mehrkosten für die Kundenunternehmen erheblich sein“.

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