Tarifabschluss : Lufthansa-Bodenpersonal bekommt keine Gehaltserhöhung

Die Gewerkschaft Verdi begnügt sich mit einer Nullrunde bei den Boden-Mitarbeitern von Lufthansa. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo ist sauer.

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Frankfurt am Main - Nachdem in der letzten Woche der über ein Jahr dauernde Tarifstreit mit den rund 4000 Piloten durch den Schlichter beigelegt werden konnte, haben sich Lufthansa und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi jetzt auch auf einen Abschluss für die rund 34 000 Boden-Mitarbeiter des Konzerns geeinigt. Danach gibt es eine Nullrunde für 22 Monate, zugleich aber eine bei besseren Lufthansa-Zahlen auch verbesserte Ergebnisbeteiligung sowie neue Regeln für Altersteilzeit und zur Begrenzung von Leiharbeit. Das teilten die Unternehmen am Mittwoch mit.

Weiter offen bleibt aber ein Abschluss für die 16 000 Flugbegleiter, die mehrheitlich von der Gewerkschaft Ufo vertreten werden. Hier ist für den 23. Juli die sechste Verhandlungsrunde angesetzt. Nach Angaben von Ufo-Sprecher Joachim Müller hat die Lufthansa noch kein Angebot vorgelegt. „Sollte auch am 23. Juli nichts passieren, können wir nur von einem Scheitern ausgehen, mit allen daraus erwachsenden Konsequenzen.“ Von Streik will Müller allerdings noch nicht reden.

Bei Ufo ist man sauer, dass sich die Lufthansa auch in der fünften Runde am 2. Juli praktisch nicht bewegt habe. Alle Themen seien noch offen. Zudem sähen die Ufo-Vertreter nicht ein, dass sich die Flugbegleiter mit einer Nullrunde zufriedengeben sollen. Müller nannte die Verdi-Einigung einen „sehr defensiven“ Abschluss. „Bei der Lufthansa geht es steiler bergauf, als es die größten Optimisten erwartet hatten. Wir stehen vor einem Boom in der Luftfahrt. Warum soll es da eine Nullrunde geben?“

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