Wirtschaft : Tarifeinigung erst im Mai

Metallindustrie strebt Abschluss in Stuttgart an

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Berlin - Die Tarifverhandlungen in der Metallindustrie werden bis in den Mai dauern. Wie der Tagesspiegel am Sonntag erfuhr, haben sich beide Seiten schon darauf verständigt, die Friedenspflicht am 28. April ablaufen zu lassen und erste Warnstreiks am 30. April und am 2. Mai in Kauf zu nehmen. Vom 3. Mai an soll dann ein Abschluss in Stuttgart angestrebt werden. Auf den Tarifbezirk Baden-Württemberg als Abschlussort haben sich die Spitzen des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der IG Metall geeinigt. Dadurch sei gewährleistet, dass das Tarifergebnis dann auch von allen anderen Bezirken übernommen wird, hieß es in Kreisen der Tarifparteien. Im vergangenen Jahr war die Einigung in Nordrhein-Westfalen erreicht worden.

Die IG Metall hat 6,5 Prozent mehr Lohn gefordert, die Arbeitgeber haben bislang 2,5 Prozent mehr angeboten für die rund 3,3 Millionen Beschäftigten in der Metallindustrie. Bei den nächsten Verhandlungen am kommenden Donnerstag in NRW und Baden-Württemberg und am Freitag in Niedersachsen wollen die Arbeitgeber das Angebot nicht erhöhen, sondern erst Anfang Mai nachlegen. Wenn es dann nicht zu einem Kompromiss kommt, ist auch eine Urabstimmung über Streik wahrscheinlich. Das wollen die Arbeitgeber aber auf jeden Fall vermeiden. Die Auftragsbücher sind voll, darum würde jeder Ausstand die Firmen hart treffen. „Schon die Verweigerung von Überstunden bringt die Unternehmen in die Bredouille“, heißt es bei der IG Metall. Die Gewerkschaft will unbedingt eine Vier vor dem Komma erreichen, was die Arbeitgeber aber nur akzeptieren wollen, wenn die Laufzeit des Tarifvertrags deutlich mehr als zwölf Monate beträgt. alf

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