Tarifeinigung : Stahlindustrie erhält 5,2 Prozent mehr Lohn

Die Streiks haben sich ausgezahlt. Die 85.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie erhalten vom 1. März an 5,2 Prozent mehr Lohn. Darauf haben sich die Tarifparteien nach einem knapp zehnstündigen Verhandlungsmarathon geeinigt.

RatingenEs ist der erste große Tarifabschluss in diesem Jahr, seine Laufzeit beträgt 14 Monate. Für den laufenden Februar soll es für die Beschäftigten außerdem eine Einmalzahlung von 200 Euro geben. Lehrlinge erhalten 70 Euro mehr im Monat. Der neue Tarif gilt für Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen sowie angeschlossene Betriebe in anderen Bundesländern. Die nächste Verhandlungsrunde für die rund 8000 Beschäftigten in Ostdeutschland ist für diesen Donnerstag geplant. Verhandlungen für die Stahlarbeiter des Saarlandes folgen nach Angaben der IG Metall im Abstand von rund drei Monaten.

"Die fünft steht"

IG Metall-Verhandlungsführer Oliver Burkhard äußerte sich zufrieden mit dem Ergebnis. "Die fünf steht", sagte er vor Journalisten. Der Abschluss bedeute eine dauerhafte Teilhabe an der guten wirtschaftlichen Situation der Branche. Er sei nur möglich gewesen, weil sich seit Anfang Februar mehr als 39.000 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt hätten. "Das hat Wirkung gezeigt." Nach Angaben der IG Metall ist es der höchste Abschluss in der Stahlindustrie seit 15 Jahren. Die IG Metall hatte mit einem unbefristeten Streik gedroht, falls am Mittwoch kein Ergebnis zustande gekommen wäre. Die Tarifparteien einigten sich außerdem darauf, die Verhandlungen über einen bereits seit mehreren Jahren geplanten "Gemeinsamen Entgeltrahmentarifvertrag" bis Ende Juni 2009 zum Abschluss zu bringen. Er soll neue Tätigkeitsbeschreibungen und Eingruppierungskriterien enthalten und beispielsweise die Unterscheidung zwischen Arbeitern und Angestellten aufheben. Dabei soll es keine Nachteile für Beschäftigte geben.

Mit ihrer Forderung nach einer Arbeitszeitverkürzung für ältere Beschäftigte konnte sich die Gewerkschaft nicht durchsetzen. "Das Thema Belastungsreduzierung für Ältere ist damit für uns nicht von der Tagesordnung", sagte Burkhard. Die Tarifkommission der IG Metall will am Donnerstag in Hagen über das Ergebnis beraten. Anschließend soll es in den Betrieben diskutiert werden. Am kommenden Montag will die Kommission dann eine Entscheidung über eine Annahme treffen. (cp/dpa)

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