Tarifgespräche : Bahn-Vermittlung: Die Zeichen stehen auf Streik

Das Tischtuch zwischen der GDL und den beiden anderen Bahn-Gewerkschaften ist zerschnitten. Die Vermittlungsgespräche abgebrochen. Auch die Moderatoren Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf konnten das Treffen in Berlin nicht mehr retten.

Bahn Transnet Hansen
Im Fokus: Die Gewerkschaften Transnet, GDBA und GDL konnten sich nicht einigen. Die GDL besteht auf einem eigenen Tarifvertrag. -Foto: dpa

BerlinEs gebe keine Grundlage für die weitere Zusammenarbeit im Tarifkonflikt mit der Lokführer-Gewerkschaft GDL mehr, sagte Transnet-Chef Norbert Hansen nach der heutigen Tarifrunde. Als Grund führten Transnet und die Gewerkschaft GBBA an, es sei nicht gelungen, den Streit mit der Lokführergewerkschaft GDL über einen separaten Tarifvertrag beizulegen. Die Vermittler, die ehemaligen CDU-Politiker Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler, hatten sich bei den Tarifgesprächen bemüht, die Grundlagen für eine Tarifvereinbarung der Lokführer bei der Deutschen Bahn zu ebnen.

Biedenkopf und Geißler erklärten nach Angaben Hansens am Verhandlungstisch, nach dem gescheiterten Vermittlungsversuch seien sie nicht bereit, sich an weiteren Tarifverhandlungen zu beteiligen. An den Gesprächen waren in Berlin neben der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn auch die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA beteiligt. Schon vor mehreren Wochen hatten sie sich auf neue Tarifverhandlungen geeinigt. Jedoch hatte es danach weiterhin Streit um die Auslegung der damaligen Einigung gegeben. So beharrt die GDL darauf, zunächst einen eigenen Tarifvertrag abzuschließen, bevor sie mit den beiden anderen Gewerkschaften kooperieren will.

Alle anderen Parteien erwarten eine Zusammenarbeit der Gewerkschaften von Beginn an. Nun drohen erneut Streiks bei der Bahn. Die GDL und die Bahn hatten vereinbart, bis zum 30. September auf Streiks zu verzichten. Sollte bis dahin keine Einigung gefunden werden, hatte die GDL mit den Streiks gedroht. Nach dem Bruch der Gewerkschaften scheint die Einigung bis zu dem Termin kaum möglich. (mit AFP)

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