Wirtschaft : Tarifkonflikt: Bahn lenkt ein Verzicht auf regional differenzierte Tarife / Noch kein Angebot

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Berlin (brö/dpa). Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn sind sich Gewerkschaften und Arbeitgeber in der fünften Runde näher gekommen. Die Bahn verzichtet inzwischen auf die Forderung nach regional differenzierten Tarifen. Damit sei die Voraussetzung geschaffen, weiter zu kommen, erklärte der Chef der Bahngewerkschaft Transnet, Norbert Hansen am Freitagabend am Rande der Verhandlungen. Ein neues Lohnangebot hatte die Bahn bis zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht vorgelegt. Beide Seiten betonten die Absicht, in dieser Runde eine Einigung zu erzielen und notfalls das Wochenende durchzuverhandeln.

Regional differenzierte Tarifverträge und Entgelte sowie komplett neue Tarifstrukturen waren Kernforderungen des BahnManagements. Damit wollte das bundeseigene Unternehmen auf den schärfer werden Wettbewerb durch billigere Konkurrenten reagieren. Hansen erklärte in einer Verhandlungspause, die Absicht der Bahn, einen Tarifabschluss mit Strukturveränderungen zu verbinden, sei vom Tisch. „Es gibt somit eine gute Chance, fertig zu werden.“ Laut Bahn-Personalvorstand Norbert Bensel wurden die „Themen eingegrenzt“: Dazu zählten vor allem die Ost-West-Anpassung und die Entgelthöhe. „Wir wollen zu einem Ergebnis kommen“, sagte er. Zuvor hatte Transnet für den Fall eines Scheiterns der Verhandlungen mit massiven Streiks gedroht. Der Chef der Bahn-Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, sagte vor den Verhandlungen im Tarifstreit in Berlin, dies sei die letzte Chance für „eine Lösung am Verhandlungstisch“.

Die Gewerkschaften Transnet und GDBA fordern fünf Prozent mehr Lohn und eine Angleichung der Ost-Bezahlung an die West-Tarife. Die Bahn hatte zuletzt einen Tarifvertrag über drei Jahre mit zwei Einmalzahlungen von je 200 Euro sowie 2,0 Prozent mehr Lohn im zweiten und 1,8 Prozent im dritten Jahr geboten. Die Bahn rechnet zunächst nicht mit Streiks. Selbst im Fall des Scheiterns der Gespräche gebe es zunächst eine Schlichtung und daher eine Friedenspflicht. Dies werde die Streiks allenfalls hinausschieben, sagte Transnet-Chef Hansen.

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