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Tarifkonflikt bei der Bahn : Claus Weselsky: GDL-Streik geht weiter

Der Streik der Lokführer geht weiter. Zwischenzeitlich hatte GDL-Chef Claus Weselsky ein früheres Ende ins Spiel gebracht. Das neue Angebot der Bahn sei jedoch unzureichend.

Claus Weselsky schließt ein vorzeitiges Ende des Bahn-Streiks nicht aus.
Claus Weselsky schließt ein vorzeitiges Ende des Bahn-Streiks nicht aus.Foto: dpa

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) streikt weiter. Die Gewerkschaft habe das neueste Angebot der Deutschen Bahn als unzureichend abgelehnt, sagte Gewerkschaftschef Claus Weselsky am Donnerstag in Berlin. Zwischenzeitlich hatte Weselsky im Hessischen Rundfunk ein vorzeitiges Streikende des bis Sonntag geplanten Arbeitsausstandes in Erwägung gezogen. Bahnchef Rüdiger Grube hatte am Mittwoch vorgeschlagen, den SPD-Politiker Matthias Platzeck als Vermittler in dem festgefahrenen Tarifkonflikt einzusetzen. In einer ersten Reaktion hatte Weselsky die Bahn noch abblitzen lassen. Er sprach von einem „PR-Gag“, sagte aber einen Prüfung des Vorschlages zu.

Für die GDL ist das Angebot der Bahn entscheidend

Man sei noch immer an dem Punkt, „wo wir keine Zusage des Bahnvorstandes haben, mit uns Tarifverträge abzuschließen für unsere Mitglieder“ und die Arbeitsbelastung der Lokführer und Zugbegleiter zu senken, sagte Weselsky am Donnerstag im Nachrichtensender N24. Zur Eignung Platzecks als Vermittler wollte er sich nicht äußern: „Ich kenne ihn überhaupt nicht.“ Entscheidend sei, was das Angebot der Bahn enthalte, betonte der GDL-Chef: „Die Bahn versucht, a) damit wieder Zeit zu schinden, b) versucht die Bahn, der Öffentlichkeit weiszumachen, dass wir es nicht mehr auf dem Verhandlungswege schaffen, und c) versucht sie damit zu verdecken, dass sie in unsere Grundrechte eingreifen will.“ Die Lokführer bestreiken seit dem vergangenen September zum achten Mal deutschlandweit den Zugbetrieb der Deutschen Bahn. Am Donnerstag - dem dritten von sechs Streiktagen im Personenverkehr - fuhren nach Bahn-Angaben wie an den Vortagen etwa ein Drittel der Fernzüge und 15 bis 65 Prozent der Regionalzüge.

Die Gefahr von Produktionsfällen der Industrie steigt

Am Mittag wollte die Bahn die Ersatzfahrpläne für die folgenden 48 Stunden bis Samstagmittag im Internet veröffentlichen. Die Lokführer hatten angekündigt, bis Sonntag um 9.00 Uhr zu streiken. Der Güterverkehr wird bereits seit Montag bestreikt. Hier wollte die Bahn am Donnerstag etwa zwei Drittel der sonst üblichen Züge einsetzen. Durch den Streik steigt die Gefahr von Produktionsausfällen in der Industrie von Tag zu Tag. Die GDL will mit dem Arbeitskampf Tarifverträge auch für diejenigen Mitglieder erkämpfen, die nicht zur Berufsgruppe der Lokführer gehören. Damit begibt sie sich in Konkurrenz zur größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG. In den komplizierten Verhandlungen will die Bahn inhaltsgleiche Vereinbarungen mit beiden Gewerkschaften durchsetzen.

Auch die Gewerkschaft EVG verlangt ein neues Angebot von der Bahn

Die Tarifkommission der EVG will am 11. Mai in Fulda über den Stand der Tarifrunde beraten. Auch sie verlangt von der Bahn ein besseres Angebot bis zum 21. Mai. „Entweder wir kriegen dann einen Abschluss am Verhandlungstisch hin, oder es kracht - dann aber richtig“, drohte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. dpa

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