Tarifkonflikt bei der Bahn : "Liebe alte Männer" helfen nicht mehr

Die Fahrgastinitiative Pro Bahn fordert einen namhaften Schlichter für den festgefahrenen Bahn-Tarifkonflikt. Es bräuchte schon die Kategorie Köhler oder Merkel für eine Lösung.

HannoverAngesichts des verfahrenen Bahn-Tarifstreits hat der Chef der Fahrgastinitiative Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, den Einsatz eines Schlichters gefordert. Die CDU-Politiker Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf, die seit August immer wieder zwischen den Tarifpartnern vermittelt hatten, kämen dafür jedoch nicht in Frage, sagte Naumann der "Neuen Presse" aus Hannover. "Es geht jetzt nicht mehr auf der Ebene von lieben alten Männern. Es geht um einen Schlichter der Kategorie Horst Köhler oder Angela Merkel", betonte Naumann.

Der stellvertretende Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, hat der Deutschen Bahn in der Tarifauseinandersetzung ein "Täuschungsmanöver" vorgeworfen. Mit dem Angebot eines angeblich eigenständigen Tarifvertrages habe die Bahn die GDL bis Weihnachten hinhalten wollen. Das Unternehmen habe versucht, "die GDL ein für alle Mal tarifpolitisch in Abhängigkeit" zu bringen, fügte er hinzu. Dazu habe die Gewerkschaft einen ersten Vertrag unterzeichnen sollen, bevor sie mit der Bahn überhaupt über einen Tarifvertrag habe verhandeln können.

Kein Dissens zwischen Weselsky und Schell

Weselsky betonte zugleich, dass es in der GDL keinen Streit über den Kurs der Gewerkschaft gebe. Gerüchte über einen Dissens zwischen GDL-Chef Manfred Schell und ihm wies er zurück.

Der Tarifstreit bei der Bahn war am Donnerstag erneut eskaliert. Die Lokführergewerkschaft GDL kündigte unbefristete Streiks im S-Bahn-, Regional-, Fern- und Güterverkehr ab dem 7. Januar an. GDL-Chef Manfred Schell erklärte die Tarifverhandlungen für gescheitert. Die Bahn reagierte empört auf den Abbruch der Tarifgespräche und zog alle bislang gemachten Angebote an die GDL zurück. (mac/AFP)

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