Tarifkonflikt bei der Bahn : Lokführer sind pessimistisch

Vor den Tarifgesprächen zwischen der Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL gibt sich die Arbeitnehmerseite pessimistisch. Es gäbe wenig Chancen, dass es am Mittag zu einem Abschluss komme.

Berlin/MünchenDie Gewerkschaft der Lokführer (GDL) hat sich kurz vor Beginn der Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn pessimistisch gezeigt. Es gebe nur wenig Hoffnung, dass von Seiten des Konzerns "etwas Vernünftiges" herüberkomme, sagte der stellvertretende GDL-Vorsitzende Günther Kinscher am Freitag im RBB-Inforadio. Er reagierte damit auf die Ankündigung der Bahn, der Gewerkschaft den mit den übrigen Bahn-Gewerkschaften ausgehandelten Kompromiss anzubieten. Die Verhandlungsführer der Bahn und der GDL wollen sich zum Mittag in Frankfurt am Main treffen. Die Gewerkschaft fordert einen eigenen Tarifvertrag und bis zu 31 Prozent mehr Lohn.

Der Vorsitzende der Bahn-Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, warnte die Bahn und die GDL derweil davor, sich auf einen eigenen und höheren Tarifvertrag zu verständigen. "Das ist für uns nicht akzeptabel", sagte Hansen im Bayerischen Rundfunk. Ein eigener Tarifvertrag für eine einzelne Berufsgruppe in der Bahn hätte "fatale Folgen" für das ganze Tarifgefüge. Hansen zeigte sich aber überzeugt, dass die Bahn den Lokführern kein neues Angebot vorlegen wird. "Das wäre ja ein Unding, wenn mit einem viel kleineren Partner ein Vertrag abgeschlossen würde, der den Vertrag, den wir geschlossen haben, unterläuft oder in irgendeiner Weise zunichte macht." Die Gewerkschaften Transnet und GDBA hatten sich mit der Bahn auf 4,5 Prozent mehr Lohn ab dem kommenden Jahr sowie eine Einmahlzahlung von 600 Euro in diesem Jahr geeinigt. (mit AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben