Tarifkonflikt bei der Deutschen Post : Verdi droht mit noch längerem bundesweiten Warnstreik

Im festgefahrenen Tarifkonflikt bei der Deutschen Post sind am Samstag erneut bundesweit Brief- und Paketzusteller in Warnstreiks getreten. Und diese Woche könnte es gleich so weitergehen.

Die Briefzusteller der Post kämpfen für weniger Arbeit bei gleich hohem Lohn - und gegen Ausgliederungen im Post-Konzern.
Die Briefzusteller der Post kämpfen für weniger Arbeit bei gleich hohem Lohn - und gegen Ausgliederungen im Post-Konzern.Foto: Martin Gerten/dpa

Der Schwerpunkt lag nach Verdi-Angaben in Nordrhein-Westfalen, aber auch in Berlin legten nahezu alle Beschäftigten die Arbeit nieder. Verhandlungsführerin Andrea Kocsis drohte jetzt, "noch eine Schippe oben drauf" zu legen, sollte die Post den Beschäftigten nicht weiter entgegenkommen.

Aufgerufen waren bundesweit rund 10.000 Beschäftigte der Deutschen Post AG. Während die Gewerkschaft in Nordrhein-Westfalen die Brief- und Paketzusteller aller Niederlassungen dazu aufrief, mit Beginn der Frühschicht ab 5 Uhr die Arbeit niederzulegen, waren in anderen Bundesländern nur punktuelle Streiks vorgesehen. Allein in NRW rechnet Verdi damit, dass erneut hunderttausende Briefe und Pakete liegenbleiben werden. Aber auch in Berlin legten nach Verdi-Angaben nahezu alle 1000 Beschäftigten die Arbeit nieder, rund eine Million Sendungen wurden nicht zugestellt.

Verdi fordert für die rund 140.000 Tarifkräfte des Unternehmens eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die Gewerkschaft kämpft gegen das neue Konzept für die Paketzustellung der Deutschen Post: Der Konzern hatte dafür zu Jahresbeginn 49 Regionalgesellschaften gegründet, in denen 20.000 Jobs entstehen sollen. Diese sollen allerdings nicht nach Haustarif, sondern nach den Tarifregelungen der Speditions- und Logistikbranche bezahlt werden.

Verdi-Verhandlungsführerin Kocsis erklärte, sie erwarte, dass die Post in der nächsten Verhandlungsrunde auf die Tarifforderung eingehe, um diesen "Vertragsbruch" zu kompensieren. Die nächsten Gespräche finden am kommenden Freitag und Samstag in Berlin statt. AFP

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